Viele Männer greifen bei Beschwerden wie häufigem Harndrang zu Präparaten aus Kürbissamen, Brennnesselwurzel oder der Sägepalme. Urologe Malte Rieken empfiehlt jedoch eine ärztliche Abklärung der Symptome, um ernstere Ursachen wie Blasenfunktionsstörungen, Harnröhrensteine oder Tumore auszuschließen.
In seiner Wohlfühlpraxis in Basel schafft Rieken durch eine angenehme Atmosphäre Vertrauen bei seinen Patienten. Viele leiden unter dem benignen Prostatasyndrom, einer gutartigen Vergrößerung der Prostata, die bei einem Drittel der über 50-Jährigen auftritt und zu Symptomen wie vermehrtem Harndrang führt.
Manche Patienten bevorzugen frei verkäufliche pflanzliche Mittel, da sie diese diskret in Drogerien oder online erwerben können. Rieken betont jedoch die Wichtigkeit einer ärztlichen Untersuchung, um schwerwiegendere Erkrankungen auszuschließen.
Nach der Abklärung berät Rieken über mögliche Therapien. Obwohl pflanzliche Mittel in der Leitlinie zur gutartigen Prostatavergrößerung nicht allgemein empfohlen werden, können sie bei Patienten, die synthetische Medikamente ablehnen, eine Option sein. Rieken verschreibt ein solches Präparat, das Brennnesselwurzel und Sägepalme enthält und von der Krankenkasse bezahlt wird.
Die Leitlinie weist auf die widersprüchlichen Studienergebnisse zu pflanzlichen Mitteln hin. Unterschiede in der Herkunft und Extraktion der Wirkstoffe sowie deren Kombination beeinflussen deren Wirksamkeit. Rieken erklärt, dass selbst gut untersuchte Präparate nur moderate Effekte haben: Ein betroffener Mann könnte nach Einnahme vielleicht ein- oder zweimal weniger häufig die Toilette aufsuchen müssen.
Alpha-Blocker sind wissenschaftlich besser erforscht und werden in der Leitlinie empfohlen, jedoch sind ihre Nebenwirkungen wie Schwindel oder fehlende Ejakulation beim Sex problematisch. Deshalb sehen Urologen wie Rieken auch eine gewisse Bedeutung für pflanzliche Alternativen, besonders bei leichten bis mittelgradigen Beschwerden.