In einem jüngsten Interview übt US-Präsident Donald Trump scharfe Kritik an der Handelsbeziehung zwischen den USA und der Schweiz. Er bezeichnete das Land als einen von mehreren kleinen «Elite-Staaten» und kündigte an, Zölle zu erhöhen, um das bestehende bilaterale Defizit auszugleichen.
Trump sieht die Schweiz aufgrund ihrer wirtschaftlichen Erfolge nicht wirklich zur Elite gehörend, hebt aber hervor, dass sie jedes Jahr Milliarden Dollar aus den USA herausziehe. Er argumentiert, dass seine bisherigen Zollmaßnahmen diese Ungleichheit eingedämmt hätten, doch bei der Schweiz reiche dies nicht aus. Für ihn ist die Schweizer Wirtschaft zu erfolgreich und zahlungswillig im Vergleich zu ihren wahren Beiträgen.
Der Präsident betont, dass die Schweiz aktuell zwar ein wenig mehr in den USA zahle, aber immer noch weit von dem entfernt sei, was er für gerechtfertigt hält. Er fordert eine deutliche Erhöhung der Zahlungen an die USA und stellt die Schweiz neben andere europäische Staaten, denen er vorwirft, sich zu stark auf den US-Markt zu verlassen.
Aktuell liegt der zusätzliche Zoll auf Schweizer Waren in den USA bei 10 Prozent. Diese Regelung ist temporär bis zum 24. Juli gültig und dient als Übergang zur vorherigen Vereinbarung von November 2025, die nach einem Gerichtsurteil nicht mehr rechtlich tragfähig ist.
Nach zwei gerichtlichen Entscheidungen musste Trump ehemalige Zölle zurückzahlen. Die US-Zollbehörde hat einen Prozess für Rückerstattungen eingeleitet. Der Bundesrat sucht bis zum Auslaufen der aktuellen Regelung nach einer Einigung mit den USA, um weitere Strafmaßnahmen zu vermeiden. Washington führt zudem Untersuchungen gegen die Schweiz durch, die behaupten, sie produziere übermäßig für den US-Markt.
Basierend auf den Ergebnissen könnten Zölle erneut angehoben werden, was Trumps jüngste Drohungen im Raum stehen lassen. Die gegenwärtige politische Spannung deutet darauf hin, dass eine Einigung schwierig wird.