Der australische Sprinter Gout Gout hat den U-20-Weltrekord über 200 m aufgestellt und wird in dieser Saison erstmals bei der Elite antreten. Usain Bolt, Weltrekordhalter im Sprint, kennt die Herausforderungen der Übergangsphase aus eigener Erfahrung.
Gout Gout beendete vor kurzem seine Schulzeit und feierte seinen 18. Geburtstag. Seine Karriere startete mit einem fulminanten Auftritt: Bei den australischen Meisterschaften lief er die 200 Meter in 19,67 Sekunden und setzte damit einen neuen U-20-Weltrekord. Damit liegt er nun in der Liste der schnellsten Teenager vor Usain Bolt, nachdem er dessen Bestzeit von 19,93 Sekunden unterboten hatte – allerdings bei zu viel Rückenwind.
Usain Bolt äußerte sich im Rahmen einer Uhrenmesse in Genf gegenüber CNN über Gout. Er erinnert sich an seine eigene Karriere nach der Highschool: “Ich fühlte mich wie auf dem Gipfel, weil ich gewann und schnell war. Aber bei den Profis ist alles ganz anders.” Der Druck sei enorm, da nun jeder von ihm starke Leistungen erwarte.
Bolt betont die Wichtigkeit eines stabilen Umfelds: “Es ist entscheidend, dass er die richtigen Menschen um sich hat, die ihn daran erinnern, dass nicht jeder Tag perfekt sein kann. In diesem Alter geht es vor allem darum zu lernen und sich zu verbessern.”
Gout Gouts Rekordzeit wurde auf der neuen Bahn in Sydney mit einem Rückenwind von 1,7 Metern pro Sekunde erzielt. Die Zeit wäre bei Olympischen Spielen normalerweise für eine Medaille gut genug. Der Rekord muss noch ratifiziert werden; zudem überholte Gout den Amerikaner Erriyon Knighton, der sich momentan in einer Dopingsperre befindet.
Gouts Eltern flüchteten vor seiner Geburt aus dem Südsudan nach Australien. Schon früh zeigte er sein Talent: Mit 16 Jahren lief er die 200 m schneller als jeder andere Teenager zuvor – 20,04 Sekunden. Die Leichtathletik sucht seit Bolt einen neuen Star; Gout hat bereits Aufmerksamkeit auf sich gezogen und wird von Adidas bis 2032 mit sechs Millionen Dollar unterstützt.
Nach einem Jahr im Profisport plant er ein Psychologiestudium. Am 10. Juni debütiert er in Oslo bei der Diamond League gegen den Olympiasieger Letsile Tebogo über die 200 m.
Bolt warnt Gout vor den Ablenkungen, die mit dem Erfolg kommen können: “Du wirst nach allen Seiten gezogen und verlierst vielleicht den Fokus auf die Leichtathletik.” Sein Umfeld soll ihm helfen, sich zu konzentrieren. Trainerin Di Sheppard bereitet ihn darauf vor, dass sein Sozialleben eingeschränkt sein könnte. Sie sieht in ihm emotionale Reife für die Herausforderungen seiner Karriere. Manager James Templeton beschreibt ihn als bescheiden mit “einem Touch Hollywood”.