Unter dem Motto «gigantische Schritte» hat die Nasa die Artemis-2-Mission gestartet, um den Mond zu erreichen. Christina Koch, 47 Jahre alt und erste Frau nahe des Mondes, erinnert sich daran, dass sie als Kind schon davon träumte, Astronautin zu werden. Für Koch ist dies ein Lebenstraum geblieben. Sie ist Teil der vierteiligen Crew, die am Donnerstag erfolgreich zum Mond gestartet ist, wodurch die Nasa 53 Jahre nach der letzten Apollo-Landung erneut den Mond ansteuert.
Artemis-2 dient als Testlauf für zukünftige Missionen. Die Nasa plant, bis 2028 mit Artemis-4 zwei Astronauten auf dem Mond zu landen und sieht in künftigen Missionen regelmäßige Besuche vor. Im Zentrum steht der Pol des Mondes, wo Wassereis abgebaut und Sauerstoff erzeugt werden soll. Das ultimative Ziel ist ein Flug zum Mars.
Der Name Artemis bezieht sich auf die griechische Göttin der Jagd, Schwester von Apollo, in Anlehnung an die Apollo-Ära. Die Orion-Kapsel fliegt unter dem Banner von 60 Ländern, die das internationale Artemis-Abkommen unterzeichnet haben.
Zur Crew gehören neben Koch der Commander Reid Wiseman (50 Jahre), Pilot Victor Glover (49 Jahre) und Missionsspezialist Jeremy Hansen (50 Jahre), für den es die erste Raumfahrt-Mission ist. Wiseman, mit 165 Tagen Weltraum-Erfahrung auf der ISS, wurde durch den Film «Apollo-13» inspiriert.
Glover, fasziniert von den Space-Shuttle-Starts im Fernsehen, absolvierte nach seinem Studium und Militärpilotenzeit eine Ausbildung bei Nasa. Beide Astronauten gehören zu denen, die 2013 ausgewählt wurden, wobei Koch bereits 2020 mit der SpaceX Crew-1-Mission zur ISS flog.
Die Astronauten werden während des Fluges als «Versuchskaninchen» betrachtet: Sie geben Blut- und Speichelproben ab und tragen Armbandmonitore, um Schlaf, Bewegung, kognitive Leistung und Teamdynamik zu messen. Diese Erkenntnisse sollen in die Planungen von Mars-Missionen einfließen.
Der Arbeitsalltag beinhaltet das Testen der Manövrierfähigkeit des Raumschiffs sowie die fotografische Dokumentation geologischer Merkmale der Mondoberfläche, für die sie im Vorfeld auf Island trainiert wurden. Die Orion-Kapsel misst etwa neun Kubikmeter und bietet nach dem Start etwas mehr Platz.
Die Astronauten schlafen in hängemattenähnlichen Schlafsäcken und haben einen streng geregeltere Essensplan mit drei Mahlzeiten täglich. Um fit zu bleiben, ist täglicher Sport von 30 Minuten Pflicht. Duschen ist während der zehntägigen Mission nicht möglich.
Die Toilette an Bord ist eine Neuerung: Sie befindet sich im Boden und bietet etwas Privatsphäre, obwohl sie laut sein kann. Urin wird abgelassen, während Fäkalien in einem speziellen Behälter zur Erde zurückgebracht werden.
Am 10. April soll die Kapsel etwa 80 Kilometer vor San Diego im Pazifik landen und von Nasa-Mitarbeitern sowie der amerikanischen Marine geborgen werden.