Reformer-Pilates, eine Sportart mit historischen Wurzeln, erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Joseph Pilates, der Erfinder dieser Methode und des Geräts während seiner Internierung im Ersten Weltkrieg in Großbritannien, sagte vor seinem Tod 1967 voraus: «Ich bin meiner Zeit fünfzig Jahre voraus.» Seine Vision wird nun Realität, da Reformer-Studios, besonders in urbanen Gebieten wie dem Zürcher Quartier Seefeld, florieren.
Das Ilu Move Studio verzeichnete eine hohe Nachfrage mit siebzig wöchentlichen Kursen und vielen ausgebuchten Stunden. Die Teilnehmer schwitzen dabei kaum; die langsamen, kontrollierten Bewegungen auf dem Reformer fördern Kräftigung, Dehnung und Gelenksschonung.
Pascale Rossi-Strub, die das Studio vor fünf Jahren gründete und eine Marketingkarriere dafür aufgab, beobachtet ein steigendes Interesse an mindfulness-basierten Workouts. Lars Donath von der Sporthochschule Köln betont den Nutzen des Reformer-Pilates für Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit.
Eine 2025 durchgeführte Studie zeigte eine Verringerung chronischer Rückenschmerzen nach sechs Wochen Training. Der Fokus liegt auf der Aktivierung kleiner Muskeln entlang der Wirbelsäule, die Stabilität und Haltung fördern. Eine korrekte Ausführung ist entscheidend, um Verletzungen zu vermeiden.
Reformer-Pilates bietet im Vergleich zum Mattentraining eine intensivere Kräftigung durch den Widerstand der Federn. Trotzdem resultiert es nicht in extremen Muskelwachstum, sondern fördert eine sehnige Muskulatur und Fettverbrennung.
Während Reformer-Pilates gesundheitliche Vorteile bietet, ist die Kostenseite beachtlich: Eine Stunde kostet 40 bis 50 Franken. Die Attraktivität des trainierten Körpers als Statussymbol ist unverkennbar, doch Rossi-Strub betont das Wohlbefinden nach dem Training über äußere Schönheitsideale.
Rossis Studio öffnet seine Türen für ein breites Publikum: Männer, Senioren und Schwangere sind ebenso willkommen. Die Präsenz männlicher Kursteilnehmer wächst, angeführt von Stars wie Cristiano Ronaldo, dessen Video auf dem Reformer viral ging: «Männer, aufgepasst: Cristiano Ronaldo macht Pilates – nicht wegen eines Trends, sondern wegen der Leistung.»