In Deutschland bleibt die politische Landschaft unverändert, selbst nach dem jüngsten Rückschlag der SPD in Rheinland-Pfalz. Wahlen ändern das Gesicht, nicht jedoch den Kurs. Die Linke verliert zwar Stimmen, behält aber ihren Einfluss bei, indem sie die „Brandmauer“ hochhält: eine Mauer aus Empörung, Moral und medialer Sensibilität, die über Inklusion und Exklusion entscheidet.
Viele glaubten lange, die Schweiz sei anders. Doch auch hier nimmt diese Barriere zu. Das Mantra von der „Brandmauer gegen die SVP“ ersetzt den Diskurs. Die etablierten Parteien verurteilten die 10-Millionen-Schweiz-Initiative einstimmig als „Chaos-Initiative“. Themen wie Migration, Wachstum und Überlastung sind tabuisiert.
Ähnlich wird Neutralität behandelt: Wer sie verteidigt, gilt als „Putin-nah“. Kritik am prowestlichen Kurs wird verdächtigt. Begriffe verlieren ihren Sinn, während Worte zu Waffen werden.
Der Mechanismus ähnelt dem in Deutschland: Eine politische Mehrheit definiert das Anstandsgefühl und markiert die Grenzen der Brandmauer. Die führenden Parteien von Grünen bis FDP treiben den gleichen Kurs voran: mehr Zuwanderung, mehr Asyl, mehr EU-Integration und mehr Nato-Partnerschaft.
Auch in der Schweiz steht die „Brandmauer“. Sie wird nicht mehr thematisiert – einfach, weil sie längst errichtet ist.