Während sich Wintersportler früh am Morgen auf den Skipisten in der Region Meierhoftäli bei Davos tummeln, ist Anja Mödl bereits wieder abgereist. Sie hat ihre Experimente auf 2400 Meter Höhe durchgeführt und Instrumente zur Analyse des Sonnenlichts im alpinen Umfeld installiert.
Mödl setzt Spektrometer und Sensoren ein, um die Eigenschaften des einfallenden sowie reflektierten Lichts zu untersuchen. Ihr Ziel ist es, Erkenntnisse zu gewinnen, wie die Solarstromproduktion im Winter verbessert werden kann. Im Gespräch mit dem Westschweizer Radio und Fernsehen RTS erläutert sie: «Eine Spektralplatte wird genutzt, um das Sonnenlicht aufzufangen und das reflektierte Licht zu messen. Durch die Platte wird das Licht diffuser und homogener, was präzisere Messungen mit geringeren Fehlern ermöglicht.»
Die Datenaufnahme erfolgt unter rigorosen Bedingungen, wie Mödl betont: «Es muss sowohl bei klarem als auch bei bewölktem Himmel gemessen werden, idealerweise jedoch bei vollkommen wolkenlosem Himmel. Damit bleiben die Daten vergleichbar, selbst wenn der Sonnenwinkel im Tagesverlauf variiert.»
Im Gebirge folgt das Licht keinem einzigen Pfad und wird von den umliegenden Oberflächen, vor allem vom Schnee, reflektiert, gestreut und teilweise verstärkt: «Der Grossteil der Strahlung wird vom Schnee zurückgeworfen. Zudem wird das Licht von den Berghängen reflektiert, was sowohl direkte als auch indirekte Strahlen auf den Boden bringt», führt Anja Mödl aus.
Sie fügt hinzu, dass diese Doppelstrahlung die gesamte verfügbare Strahlungsenergie erhöht. Infolgedessen wirkt Schnee wie ein natürlicher Verstärker des Lichts. Ein zentrales Ergebnis ihrer Forschung betrifft den Effekt der Topografie auf die Sonneneinstrahlung, wobei auch geringe Höhenunterschiede von wenigen hundert Metern unterschiedliche Resultate liefern können.
Diese lokalen Unterschiede sind für Solaranlagen entscheidend, da sie durch eine Berücksichtigung der Topografie und Lichtreflexion zwischen den Hängen effizienter werden können. Die Forschungsarbeiten im Schnee erfordern exakte Planung: Die Messungen finden stets zwischen 11 und 13 Uhr statt, um Schwankungen durch die Sonnenposition zu minimieren. Jede Sitzung beinhaltet Installation, Kalibrierung, Messung und anschließenden Abbau der Ausrüstung.
Mödl sammelt zudem Daten unter verschiedenen Bedingungen wie Neuschnee, Altschnee sowie bei Präsenz oder Abwesenheit von Felsen. Dies dient dazu, die Modelle zu erweitern und das Zusammenspiel zwischen Licht, Schnee und Gesteinsrelief besser zu verstehen.
RTS, 12h45, 4.4.2026, 12:45 Uhr;liea