Der Speichel von Zecken erlaubt es ihnen, sich mehrere Tage lang unbemerkt am Menschen festzuklammern. Durch die Betäubung der Haut und das Abschwächen des Immunsystems können Krankheiten wie Frühsommer-Meningoenzephalitis und Borreliose übertragen werden.
Ladislav Simo, Forschungsdirektor am INRAE, dem französischen Institut für Agrar-, Ernährungs- und Umweltforschung, äußerte sich gegenüber RTS: «Bisher lag der Fokus vieler Studien auf der Zusammensetzung des Zeckenspeichels. Wir wollten jedoch herausfinden, wie die Speichelabgabe während der Blutaufnahme reguliert wird.»
Die Ergebnisse einer kürzlich in Nature veröffentlichten Studie zeigen, dass Zecken ihren Speichel durch eine doppelte Steuerung ihres Nervensystems kontrollieren können. Dies ermöglicht ihnen, Menge und Zusammensetzung des Speichels während der lang andauernden Blutaufnahme präzise anzupassen.
«Die Physiologie von Zecken ist bemerkenswert», so Simo weiter. «Kein anderes Tier kann über mehrere Tage hinweg an seinem Wirt haften und dabei so viel Blut aufnehmen. Die Erforschung dieser Prozesse ist äußerst faszinierend. Je besser wir unseren Gegner verstehen, desto effektiver können wir Gegenstrategien entwickeln.»
Die Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung könnten zukünftig neue Behandlungsmöglichkeiten für die schädlichen Auswirkungen von Zeckenstichen bieten – ein Ziel, das Forschende anstreben.
RTS La Matinale, 02.04.2026, 6:25 Uhr; liea