Roger Nordmann, ehemaliger SP-Fraktionschef und langjähriger Bundespolitiker, steht vor einer unerwarteten Herausforderung. Trotz seiner Bekanntheit konnte er sich bei der Ersatzwahl für den Waadtländer Staatsrat im ersten Wahlgang nicht durchsetzen und landete hinter dem SVP-Kandidaten Jean-François Thuillard auf Platz zwei. Nun muss Nordmann am 29. März in einer Stichwahl antreten.
In Lausanne, wo er als einflussreiche Figur der urbanen Linken gilt, erreichte Nordmann zwar jede zweite Stimme, doch insgesamt reichte es nicht für das absolute Mehr. Er verlor mit knapp 2000 Stimmen Unterschied – eine Niederlage, die viele überraschte. Die Wahlbeteiligung lag bei 50,6 Prozent und war damit für Waadtländer Verhältnisse ungewöhnlich hoch.
Trotz Unterstützung in linken Städten wie Montreux, Yverdon oder Aigle blieben ihm die Stimmen verwehrt. Nun hofft er auf Wähler der dritten Kandidatin aus den Reihen der Kommunisten, um seine Chancen zu verbessern. Die Waadtländer FDP sieht zwischen Nordmann und seiner kommunistischen Konkurrentin kaum Unterschiede, während die SVP Thuillard als den vernünftigen Wahlkandidaten bezeichnet.
Für Nordmann könnte diese Wahl mehr über seine berufliche Zukunft entscheiden als ideologische Überzeugungen. Mit 52 Jahren sucht er nach einem neuen Amt und lebte zuletzt von einem gut bezahlten Beraterposten bei SP-Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider.