In «The Drama» untermauert Zendaya ihren Ruf als kontrollierte Ausnahmeerscheinung. Während andere Ex-Kinderstars Karriereprobleme haben, etabliert sie sich strategisch als weibliche Repräsentantin der Gen Z.
Der Blick aus den braunen Augen ist fest, das Gesicht strahlt Unschuld aus, und ihr feingliedriger Körper bewegt sich vorsichtig. Diese junge Frau könnte doch keiner Fliege etwas antun! Zart und überzeugend präsentiert sie sich als Buchhändlerin, buchstäblich stilles Wasser. Doch Emma verbirgt seit ihrer Teenagerzeit ein Geheimnis, das ihrem Charakter widerspricht und alte Fragen aufwirft: Kann man einen Menschen wirklich kennen? Oder ihm vertrauen?
«The Drama» lädt mit einer Prämisse von Tötungsphantasien ein, die das renommierte Produktionsstudio A24 als so fies ansah, dass Journalisten im Vorfeld Verschwiegenheitsklauseln unterzeichnen mussten. Emma (Zendaya) droht ihre bevorstehende Hochzeit mit dem braven Charlie (Robert Pattinson) zu gefährden. Dabei geht es weniger um das Vergangene als vielmehr um die Reaktionen in der Gegenwart, die – wenig überraschend – eskalieren.
Ein Merkmal von Filmen wie «Sick of Myself» (2022) oder «Dream Scenario» (2023), die der norwegische Regisseur Kristoffer Borgli für ihre Auseinandersetzung mit Narzissmus und Selbstinszenierung bekannt machte. Doch «The Drama» entfaltet sein Potential kaum, wie amerikanische Kritiken bemängeln, was Zendaya jedoch bei dem guten Einspielergebnis der Indie-Produktion egal ist.
Zendaya steht im Mittelpunkt dieses ersten von vier Kinofilmen in diesem Jahr. Zwei davon zählen zu den am meisten erwarteten Blockbustern mit hohen Oscar-Chancen: Christopher Nolans «The Odyssey» und das Finale der Science-Fiction-Saga «Dune 3». Hinzu kommt die dritte Staffel von «Euphoria», die ihr Durchbruch brachte, sowie ihre Rolle im neuen Teil von «Spider-Man». Im Jahr 2026 ist Zendaya in Hollywood kaum wegzudenken.
Zendaya wird mehr als eine kurzzeitige Berühmtheit gesehen; sie gilt bereits als auf dem Weg zur popkulturellen Ikone. Schon 2022 wurde sie vom «Time Magazine» zu den einflussreichsten Menschen gezählt und verkörpert die Gen Z. Neben ihrer Schauspielkarriere modelt Zendaya, arbeitet mit Tommy Hilfiger zusammen und hat für On Turnschuhe entworfen.
Zendaya ist omnipräsent in den Medien, was das deutsche Magazin «Stern» kürzlich hinterfragte: Ist es zu viel Zendaya? Seit fünf Jahren ist sie offiziell mit Tom Holland liiert, den sie 2016 am Set von «Spider-Man: Homecoming» kennenlernte. Auch in «The Odyssey» werden die beiden zusammen im Juli auf der Leinwand zu sehen sein.
Zendaya verbindet Realität und Fiktion geschickt, ähnlich wie andere Hollywood-Traumpaare wie Richard Burton und Liz Taylor. Ihre Ehe mit Tom Holland blieb jedoch weitgehend privat. Sie zeigt Glamour, etwa bei den Golden Globes 2025 im orangefarbenen Vintage-Kleid von Louis Vuitton.
Zendaya bleibt ein Privatperson, fernab der Reality-TV-Kultur. Geboren am 1. September 1996 in Oakland, Kalifornien, wusste die Tochter einer Theaterhausverwalterin mit schottisch-deutschen Wurzeln schnell, dass sie auf der Bühne stehen wollte.
Nach ersten Modeljobs heuerte Zendaya bei Disney an und spielte in «Shake It Up», für die sie auch Songs veröffentlichte. Der Durchbruch kam 2019 mit der HBO-Serie «Euphoria», in der sie als Erzählerin eine chaotische Welt darstellt.
Die Serie brachte viele Stars hervor, doch Zendaya erreicht bislang eine einzigartige Bandbreite von Rollen. Ihre strategisch kalkulierten Rollenauswahl und ihr Talent halfen ihr, dem Kinderstar-Image zu entkommen – ganz im Gegensatz zu Lindsay Lohan oder Macaulay Culkin.
Trotz jugendlicher Ausstrahlung zeigt Zendaya Reife auf der Leinwand. Ihre Darstellung wechselt zwischen Zerbrechlichkeit und Stärke, ohne Abgründe zu scheuen. Als Schauspielerin ist sie ein wandelndes Enigma mit einer klaren Karriereplanung.
The Drama: Im Kino (106 Minuten). Euphoria: Auf HBO Max (8 Folgen à rund 60 Minuten, wöchentlich eine neue Episode).