Auf einer Nebenstraße in Staten Island steht Zohran Mamdani, der neue Bürgermeister von New York. An einem sonnigen Frühlingstag mit kühler Brise arbeitet er engagiert an den Reparaturen des Straßennetzes, das nach den Winterstürmen leidet. Mit einer Signalweste und Helm über seinem Sakko schaufelt er die Asphaltpartikel aus einem Kipplaster, um sie anschließend in ein Schlagloch zu stampfen. Diese Aktion ist Teil der ‚Pothole Blitz‘-Operation zur Instandsetzung der Straßen. Seit dem Beginn seiner Amtszeit wurden genau hunderttausend Schlaglöcher gefüllt, eine Leistung, die Mamdani gerne vorführt.
Der 34-jährige Politiker ist bekannt für seine volksnahe und handelnde Art. Doch während viele ihn bewundern, kritisieren andere scharf seine radikalen Sozialreformen. Seine Wahlkampfversprechen umfassten kostenlose Kinderbetreuung, staatliche Supermärkte, sowie kostenlosen und schnelleren ÖPNV. Zudem setzte er sich mit Anti-Israel-Rhetorik in Szene. Sein vielversprechendstes Versprechen war der Mietendeckel (‚freeze the rent‘), um New York wieder erschwinglich zu machen.
Nur einen Tag nach dem hunderttausendsten Schlaglochbesuch richtete sich die Aufmerksamkeit erneut auf Staten Island. Hier fand das letzte von fünf ‚Rental Ripoff Hearings‘ statt, bei denen Mieter ihre schlechten Wohnbedingungen beschreiben konnten, um neue Mieterschutzgesetze zu formulieren. Trotz der geringen Teilnehmerzahl zog das Event zahlreiche Journalisten an. Solomon Young aus der Bronx wagte sich trotzdem vor die Kameras. Er kritisierte den Zustand seines Mietshauses mit Blei und Schimmel, in dem nichts gegen die Missstände unternommen werde.
Bess Freedman, CEO von Brown Harris Stevens, steht für das Gegenteil dessen, was Mamdani vertritt. Die Luxusmaklerin berichtet von einem florierenden Markt trotz der steuerpolitischen Drohungen des Bürgermeisters. Viele vermögende Kunden hätten New York bereits den Rücken gekehrt. Sie argumentiert, dass die vorgeschlagenen Mietkontrollen mehr schaden als nützen würden.
Rob Henderson, ein konservativer Autor aus bescheidenen Verhältnissen, sieht in Mamdani einen Vertreter von ‚luxury beliefs‘. Er befürchtet, dass kostenlose Busse überfüllt werden und Sicherheitsprobleme verursachen könnten.
Während Anhänger weiterhin zuversichtlich sind, sehen Kritiker nur wenige Fortschritte in Mamdanis Amtszeit. Seine Umfragewerte zeigen Unterstützung von 48 Prozent der Befragten, während 30 Prozent ablehnend eingestellt sind.
In der Praxis hat er bisher nicht viel erreicht. Die Besteuerung der Reichen wird vom Gouverneur abgelehnt und der Mietendeckel ist blockiert. Dennoch versprach er kürzlich ein Programm für kostenlose Kinderbetreuung für Zweijährige, das zunächst 2000 Plätze umfasst.
Sarfraz, ein Taxi-Fahrer aus Pakistan, zeigt sich dennoch optimistisch: Trotz eines hohen Kaufangebots behält er seine günstige Wohnung. Er sieht eine Verbesserung der Lebensqualität in New York dank Mamdani und dessen Einsatz gegen die Schlaglöcher.