Valeria Wieser berichtet über die Einblickstage, bei denen Zuger Oberstufenschüler die Möglichkeit hatten, in rund zwei Dutzend unterschiedliche Berufe hineinzuschnuppern. Die Veranstaltung bot den Jugendlichen einen Blick auf zukünftige Arbeitsfelder und die Gelegenheit, ihre Interessen zu erkunden.
Schon früh mit der Planung ihrer beruflichen Zukunft konfrontiert, beschäftigen sich Teenager in der ersten Oberstufe mit Fragen zur eigenen Berufswahl. Sie stehen vor der Entscheidung, ob sie lieber im Kontakt mit Menschen arbeiten oder technische Herausforderungen meistern möchten.
Jährlich organisieren der Zuger Gewerbeverband, die Zuger Wirtschaftskammer und das gewerblich-industrielle Bildungszentrum Zug (GIBZ) gemeinsam mit dem kaufmännischen Bildungszentrum Zug (KBZ) die sogenannten Einblicktage. Diese ermöglichen es den Schülern, während einer Woche verschiedene Berufe zu entdecken und praktische Erfahrungen zu sammeln.
An einem dieser Tage werden am GIBZ vier Berufe präsentiert: Coiffeur, Elektroinstallateurin, Montage-Elektriker sowie Fachfrau oder -mann Gesundheit (FaGe). Jonas, ein FaGe-Lernender im ersten Lehrjahr, erklärt den Schülerinnen die Funktionsweise eines menschlichen Herzens. Er erzählt, wie ihm der Beruf gefällt: “Ich helfe Menschen gerne und finde es spannend, was ich in meinem Praktikum im Pflegeheim Baar erlebe.” Jonas betont auch die Wichtigkeit des Teamgeists und die Dankbarkeit der Bewohner.
Ein Blick auf seine Zukunft zeigt ihm jedoch Sorgen: “Die Nachfrage nach Pflegefachkräften ist groß, doch es gibt nicht genügend Interessenten. Es wäre schön, wenn mehr Leute sich für diesen zukunftssicheren Beruf entscheiden würden”, sagt Jonas.
Im Bereich Montage-Elektriker und Elektroinstallateur sind hingegen nur Jungen vertreten. Lars und Andrin teilen ihre Faszination für diese technischen Berufe.
Die Coiffeurpräsentation lockt vornehmlich Mädchen an, darunter Veronica, die sich für Nail-Art interessiert, obwohl es dafür keine Ausbildung gibt. Anel hingegen plant nach einer kaufmännischen Lehre, in seiner Freizeit als Barbershop-Partner zu arbeiten.
Guido Trachsler, seit 25 Jahren im GIBZ tätig, kommentiert die Erwartungshaltung heutiger Jugendlicher. Die Veranstaltung zeigte eine klare geschlechtsspezifische Tendenz in den Berufswünschen.
Quellen: Besuch der Einblickstage 2026, Gespräche vor Ort, Medienmitteilung des Kantons Zug.