Haarausfall bei Frauen ist ein weit verbreitetes, aber oft unterschätztes Problem. Schätzungen zufolge betrifft er ein Drittel der erwachsenen Frauen und bis zur Hälfte im Rentenalter. Dr. Cindy Ottiger-Mankaka vom Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) beschreibt Alopezie als Symptom mit vielfältigen Ursachen, einschließlich Hormonabfall nach Schwangerschaften, Stress oder Autoimmunerkrankungen. Diese Gründe werden jedoch häufig übersehen, was zu einer „doppelten Belastung“ für die Betroffenen führt: Haarausfall bemerken und keine medizinische Erklärung erhalten, so Ottiger-Mankaka, eine auf Alopezie spezialisierte Ärztin.
Nadine Francey erkannte ebenfalls das Fehlen von öffentlichem Wissen über Alopezie. Sie verlor ihre Haare bereits in jungen Jahren und fühlte sich lange isoliert, da Kahlheit oft mit Krankheiten assoziiert wird. Heute zeigt sie jedoch Stolz: „Mein Leben war nicht eingeschränkt. Ich konnte Liebe finden, Kinder bekommen und arbeiten.“ Sie nutzt Perücken als Accessoires, um unterschiedliche Looks zu präsentieren und setzt sich für Sichtbarkeit ein.
Coco Labbée, ebenfalls von Alopezie betroffen, strebt als Model danach, die Wahrnehmung des Phänomens zu verändern. Sie beschreibt ihre persönliche Transformation: „Es war eine Herausforderung, sich neu zu definieren. Was bedeutet es, Frau zu sein?“ Heute sieht sie Haare nicht mehr als Teil ihrer Identität an.
RTS berichtet am 13. April 2026 in der Sendung 19h30 über dieses Thema.