Der neu eingeführte Kampfjet F-35A der Schweizer Armee verursacht laut Angaben des VBS einen um etwa drei Dezibel höheren Lärm als sein Vorgänger, der FA-18. Diese leichte Erhöhung gilt den Verantwortlichen als nur knapp wahrnehmbar. Allerdings gibt es auch Zweifel an dieser Aussage.
Die Triebwerke des F-35A erzeugen laut dem VBS Frequenzen, die anders sind und zu Erschütterungen führen könnten, welche nicht genügend reduziert werden können. Solche Frequenzen haben das Potenzial, Gebäudestrukturen in Schwingung zu versetzen. Augen- und Ohrenzeugen berichten von einem Lärm, der beim Start des F-35A als körperlich spürbar beschrieben wird.
Angesichts der erhöhten Geräuschentwicklung befürchten die Anwohner rund um die Militärflugplätze Payerne, Meiringen und Emmen zusätzliche Lärm- und Emissionsschädigungen. Das VBS betont jedoch, dass künftig weniger Starts und Landungen als heute stattfinden werden – genau genommen nur noch halb so viele.
Trotz dieser Reduktion bleibt die Gesamtlärmbelastung konstant, was durch die geltende Lärmschutzverordnung erlaubt ist. Dies wird vergleichbar mit einer Situation beschrieben, bei der ein Zahnarzt angibt, doppelt so schnell zu bohren, wobei dies auch doppelt so schmerzhaft sein kann.
Um den spürbaren Lärmpegel etwas einzudämmen, kündigt das VBS an, 30 Millionen Franken in neue Schallschutzfenster für die betroffenen Gebiete um die Flugplätze zu investieren. Ob diese Maßnahme ausreichend sein wird, ist ungewiss und könnte auf erhöhte finanzielle Forderungen der Gemeinden hindeuten.
Es besteht die Möglichkeit, dass sich der Ruf nach finanziellen Entschädigungen verstärkt, möglicherweise bis hin zum Kauf von Immobilien. Dies wäre insbesondere dann der Fall, wenn Anwohner den Fluglärm nicht mehr ertragen können und umziehen möchten. Das VBS erwähnt nun auch mögliche Entschädigungen für Wertverluste von Liegenschaften, unter Berufung auf Bundesgerichtsurteile zu Lärmentschädigungen bei großen zivilen Flughäfen.
Diese zusätzlichen Kosten könnten den F-35A noch teurer machen als ursprünglich erwartet. Tobias Gasser, seit 2005 Teil des SRF-Teams und aktuell Inlandredaktor bei Radio SRF, hat über diese Entwicklungen berichtet.