Wolfgang Kubickis Werk «Aufwind im freien Fall – Eine liberale Kampfansage» stellt eine schlagkräftige Kritik am Staat, an der politischen Elite und vor allem an seiner eigenen Partei dar. Mit 74 Jahren setzt sich Kubicki selbst als altes Schlachtross ein, um die FDP aus ihrem Tief zu führen. Sein Buch ist weniger analytisch als vielmehr von einer ausgeprägten Ungeduld getrieben.
Zu Beginn des Buches schreibt er: «Der Staat hat sich daran gewöhnt, Freiheit als verhandelbar zu betrachten». Kubickis markanter Ton ist dabei angriffslustig und unversöhnlich. Er zeichnet das Bild eines Landes, in dem Bürgerrechte durch Pandemiepolitik, zunehmenden Moralismus und staatlichen Übergriffen unterminiert werden. Besonders scharf kritisiert er die Maßnahmen während der Corona-Pandemie, indem er sie als «oft mehr Ausdruck politischer Hilflosigkeit als rationaler Abwägung» bezeichnet. Kubickis Aussagen sind nicht nur Kritik, sondern eine deutliche Abrechnung und stellen den gesellschaftlichen Konsens infrage.
Auch aktuelle Entwicklungen werden scharf kommentiert: «Eine Gesellschaft, die Angst vor abweichenden Meinungen entwickelt, verliert ihre Freiheit zuerst im Kopf», schreibt er über die Cancel Culture. Sein Text zeigt auf, wie zerstörerisch diese für den öffentlichen Diskurs ist.
Besonders aufschlussreich wird das Buch in seinen Ausführungen zur FDP: «Wer immer nur zustimmt, wird irgendwann überflüssig», lautet Kubickis Kampfansage an seine Partei. Er moniert, die Liberalen hätten ihre Identität als Freiheitspartei verloren und würden zu angepasst agieren. Als Hintergrund nennt er den Verlust von Rückhalt der FDP nach öffentlich sichtbaren Konflikten ihres früheren Vorsitzenden Christian Lindner mit der Regierung, insbesondere bei Themen wie Schuldenbremse und Energiepolitik. Obwohl Lindners klare Haltung im Sinne Kubickis war, führte sie zum Machtverlust. Für Kubicki ist Anpassung politischer Selbstmord: Profil statt Macht ist der Schlüssel zu langfristigem Erfolg. Das Buch wirft somit die Frage auf: Profil oder Macht? Es bietet weniger Analyse als vielmehr eine Richtungsentscheidung.