Auf der Entwicklerkonferenz in San Jose präsentierte Jensen Huang, CEO von Nvidia, eine Reihe innovativer Produkte und Partnerschaften zur Beschleunigung der KI-Revolution. Er prognostiziert einen Umsatz mit KI-Chips in den nächsten zwei Jahren von mindestens einer Billion Dollar.
Die wertvollste Firma des Landes, mit einem Marktwert von 4,5 Billionen Dollar, lockte Tausende Besucher und CEOs großer KI-Unternehmen an. Die Veranstaltung, bekannt als GPU Technology Conference, ist jährlich die Bühne für Jensen Huangs Vorstellungen, der mit seinen Grafikprozessoren den Grundstein für die aktuelle KI-Revolution legte.
In seiner fast zweieinhalbstündigen Präsentation im ausverkauften Sportstadion tauchte Huang tief in technologische Details ein und zeigte sich selbstironisch, als er eine unleserliche Folie präsentierte: “Mein Team hat mir davon abgeraten, aber ich wollte sie zeigen. Das ist der Preis für diesen kostenlosen Event.” Das Publikum reagierte mit Gelächter.
Huang betonte, dass KI nun in die Phase der Inferenz eintritt, bei der das Gelernte angewendet wird. Dies markiert einen Wendepunkt: KI-Agenten wie Claude Code von Anthropic machen es möglich, Aufgaben eigenständig auszuführen.
Huang verglich diese Entwicklung mit dem Beginn des Internets und nannte Unternehmen wie Black Forest, Mistral und Perplexity AI als zukünftige Giganten. Diese benötigen enorme Rechenkapazitäten, was Nvidia ins Zentrum rückt. Der CEO prognostizierte einen Umsatz von mindestens einer Billion Dollar mit KI-Chips innerhalb der nächsten zwei Jahre.
In den letzten Monaten stand Nvidia in der Kritik, da seine Chips für die Inferenz weniger geeignet seien: zu hoher Energieverbrauch und geringer Arbeitsspeicher. Huang präsentierte nun Lösungen: einen speziell für Inferenz entwickelten Chip von Groq sowie den verbesserten Vera Rubin-Chip von Nvidia, der schneller ist und ein innovatives Wasserkühlungssystem nutzt.
Diese Chips bilden zusammen eine ultraschnelle KI-Plattform, die pro Sekunde 700 Millionen Tokens generieren kann. Huang bezeichnete sie als Schlüsseltechnologie für das Zeitalter der Inferenz.
Neben Chips betont Huang zunehmend die Bedeutung von Plattformen für KI-Agenten. Er lobte die Open-Source-Plattform Open Claw, entwickelt vom österreichischen Informatiker Peter Steinberger, als revolutionär für das Zeitalter der KI.
Nvidia arbeitet zudem an einer eigenen Open-Source-Plattform mit Steinberger, um spezielle KI-Agenten zu unterstützen. Huang kündigte neue Kooperationen an, darunter Robotaxi-Partnerschaften und Roboterentwicklungen mit BYD, Geely Auto, Hyundai, Nissan und Disney.
Eine weitere Herausforderung ist die Entwicklung eines KI-Datenzentrums im All, für das Huang noch keine Lösung präsentierte. Sein Optimismus könnte jedoch Investoren und Verbraucher inspirieren – am Montag stiegen die Nvidia-Aktien vorübergehend um zwei Prozent.