Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Einlagezinsen stabil bei 2 Prozent belassen, obwohl die Inflationsprognose aufgrund des Konflikts am Golf deutlich angehoben wurde. EZB-Präsidentin Christine Lagarde erklärte, man sei gut vorbereitet, um Unsicherheiten zu bewältigen.
Bei ihrer jüngsten Sitzung hat der Rat der EZB trotz veränderter Umstände gegenüber Februar den Einlagezins unverändert gelassen. Damals war noch mit einer Stagnation über das ganze Jahr gerechnet worden, während nun Investoren von zwei Zinserhöhungen bis Ende 2026 ausgehen.
Die Inflationsrisiken haben sich durch die Angriffe auf den Iran erhöht, weshalb die EZB ihre Teuerungsaussichten von 1,9 Prozent auf 2,6 Prozent für dieses Jahr und von 1,8 Prozent auf 2,1 Prozent für das Jahr 2027 korrigiert hat. Lagarde betonte, dass es entscheidend sei, wie der Konflikt die Inflation mittelfristig beeinflusst.
Die EZB ist verpflichtet, Preisstabilität zu gewährleisten. Eine Zinsanhebung könnte jedoch Unternehmen belasten und das ohnehin fragile Wachstum schwächen. Die Wachstumsprognose wurde von 1,2 Prozent auf 0,9 Prozent nach unten korrigiert.
Die jüngsten Eurostat-Daten zeigen eine Inflationsrate von durchschnittlich 1,9 Prozent in der Eurozone im Februar, leicht unter dem EZB-Ziel von 2 Prozent. Die Energiekosten waren im Vergleich zum Vorjahr um 3 Prozent gesunken. Nach den Angriffen auf Förderanlagen stiegen die Öl- und Gaspreise jedoch deutlich an.
Neben Rohstoffpreisen werden auch Lieferkettenprobleme, Unternehmenspreissetzungen und Verbrauchervertrauen genau beobachtet. Viele Experten rechnen mit einer Normalisierung der Situation in naher Zukunft, was die Inflation wieder senken könnte.
Die EZB ist nach dem Ukraine-Konflikt vorsichtig geworden, da sie damals die Teuerung als “vorübergehend” bezeichnete, während sie auf über 10 Prozent anstieg. Lagarde versicherte, dass die Zentralbank gut positioniert sei, um ihre Strategie durchzusetzen.
Auch US-Notenbank Fed und japanische Zentralbank haben ihre Zinsen unverändert gelassen und auf Inflationsrisiken hingewiesen. In Deutschland sind Sorgen über das Wirtschaftswachstum gestiegen, nachdem der Konjunkturindex eingebrochen ist, doch die Erholung geht weiter.