Harut Chatschatarjan, ein Kaki-Händler im Süden Armeniens, steht voller Hoffnung zwischen Hunderten von orangefarbenen Früchten, die an langen Schnüren herabhängen. Trotz einer erfolgreichen letzten Ernte ist seine wirtschaftliche Situation prekär, hauptsächlich wegen geopolitischer Spannungen. Seit dem Ukraine-Krieg haben sich seine Exporte nach Russland stark verringert, und obwohl er neue Abnehmer im Westen gefunden hat, sind die bürokratischen Hürden hoch und die Grenzen geschlossen.
Ein neues Verkehrsprojekt könnte hier Abhilfe schaffen: Die als Trump-Route bekannte Straße soll den Süden Armeniens durchqueren. Der Name ehrt den ehemaligen amerikanischen Präsidenten. Das Projekt ist ein Bestandteil der aktuellen Friedensgespräche zwischen Armenien und Aserbaidschan. Sollten diese Gespräche erfolgreich verlaufen, könnten die Grenzen zu Aserbaidschan und zur Türkei wieder geöffnet werden – eine Entwicklung, auf die Chatschatarjan hofft.
Andere Anwohner entlang der Route sind jedoch skeptischer. Die tiefe Feindschaft zwischen Armenien und Aserbaidschan lässt sie zweifeln, ob ein Verkehrsweg tatsächlich Annäherung bewirken kann. Jana Kehl, unsere Auslandredaktorin, hat im Süden Armeniens recherchiert und berichtet im Podcast von den Menschen vor Ort sowie den potenziellen Auswirkungen der Trump-Route auf die Region.
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