Der Schweizer Bundesrat plant mit einem Volumen von Milliarden Franken eine Aufstockung im Bereich der Luftverteidigung, einschließlich eines Zusatzkredits für den Kampfflugzeugtyp F-35. Die Armeebotschaft 2026, die am Freitag verabschiedet wurde, fokussiert auf Bedrohungen aus der Ferne sowie hybride Gefahren wie Cyberangriffe. Das Gesamtvolumen an Verpflichtungskrediten beträgt rund 3,4 Milliarden Franken, wovon 2,44 Milliarden für Rüstungsbeschaffungen bestimmt sind. Weiterhin umfasst der Finanzplan 562 Millionen Franken für die Modernisierung von Militäreinrichtungen und einen Zusatzkredit von 394 Millionen Franken zur Deckung erhöhter Kosten bei der F-35-Ausstattung.
Verteidigungsminister Martin Pfister betonte in einer Pressekonferenz, dass neben den Krediten zusätzliche Investitionen in die Armee und zivile Sicherheitsorgane unumgänglich seien. Ein Vorschlag des Bundesrats zur vorübergehenden Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,8 Prozentpunkte soll hierzu beitragen, doch steht das Vorhaben politisch auf wackeligen Beinen, da alle Parteien außer den Bürgerlichen dagegen sind. Insgesamt plant der Bundesrat in den kommenden Jahren Investitionen von 31 Milliarden Franken, wobei die nächsten drei Armeebotschaften hauptsächlich auf Luftverteidigung und Maßnahmen gegen hybride Bedrohungen fokussieren werden.
Ein wesentlicher Teil der Mittel ist für bodengestützte Verteidigungssysteme vorgesehen, um Angriffe bis zu 8000 Metern Höhe abzuwehren. Das Departement VBS plant den Kauf weiterer Systeme von Diehl Defence, insbesondere des Iris-T SLM, zur Abwehr von Marschflugkörpern, Drohnen und Kampfflugzeugen. Ein Vertrag über fünf solcher Systeme war bereits im Vorjahr unterzeichnet worden, nun sollen zwei zusätzliche Einheiten sowie mehr Munition beschafft werden, was eine Milliarde Franken kostet.
Ergänzend soll die Luftverteidigung durch ein Drohnenabwehrsystem von Rheinmetall verstärkt werden. Die Air-Defence-Sparte ist in Zürich ansässig und entwickelt das System Skynex, um kritische Infrastrukturen wie Kraftwerke zu schützen. Das Geschütz wird auf Lastwagen montiert und soll teilweise mobil sein. Eine klassische Evaluation wurde nicht durchgeführt, da es sich um eine freihändige Vergabe handelt.
Der Rüstungschef Urs Loher betonte die strategische Vorgabe, 60 Prozent der Rüstungsgüter aus Schweizer Herstellung zu beziehen. Rheinmetall zählt laut Loher zu den besten Anbietern zur Abwehr von Bedrohungen auf kurze Distanz und verfügt über Erfahrung in verschiedenen Golfstaaten, wie auch Armin Papperger, CEO von Rheinmetall, erwähnte.
Das VBS rechnet mit einem Risikozuschlag von 30 Prozent für die geplanten acht Systeme samt Munition, was insgesamt Kosten von 800 Millionen Franken verursacht. Die Auslieferung soll ab 2028 beginnen. Zudem plant die Armee Maßnahmen gegen Minidrohnen, mit einer finanziellen Vorsorge von 42 Millionen Franken und einem Risikozuschlag.
Die Umorientierung auf wahrscheinliche Bedrohungen erfordert Kompromisse in anderen Bereichen, wie Bodentruppenprojekte. Die Beschaffung der F-35-Kampfflugzeuge wird mit knapp 400 Millionen Franken Zuschuss unterstützt, wobei die genaue Anzahl erst nach den Vertragsverhandlungen feststeht. Der Kauf neuer Kampfflugzeuge wurde von der Bevölkerung im Jahr 2020 genehmigt.