Mit der markanten Ankündigung «Ich lebe, und ihr seid alle Zeugen, dass ich am Leben bin» eröffnete Premier Benjamin Netanjahu seine Pressekonferenz. Diese Äußerung bezieht sich auf zahlreiche gefälschte Videos in den sozialen Medien, die seinen Tod behaupten.
In seiner Rede, gehalten auf Hebräisch und Englisch, präsentierte er knapp seine drei Kriegsziele: Zunächst müsse Israels nukleare Bedrohung durch den Iran beseitigt werden. Des Weiteren sei das iranische Raketenarsenal zu zerstören. Diese Ziele seien unverzüglich umzusetzen, bevor die Waffenproduktion in tiefer gelegene Stätten verlagert werde, die für Luftangriffe unzugänglich sind. Drittens strebe Israel danach, Bedingungen zu schaffen, unter denen das iranische Volk seine Freiheit erringen könne.
Netanjahu behauptete, dass bereits im vergangenen Juni während des 12-Tage-Krieges diese Ziele erreicht worden seien. Damals sprach er von einem historischen Sieg mit langfristigen Auswirkungen. Jedoch hielt dieser Erfolg nur acht Monate.
Ungeachtet solcher Widersprüche sieht sich Netanjahu in einer historischen Mission, vergleichbar mit den Alliierten im Kampf gegen Hitler während des Zweiten Weltkriegs. Er kritisierte die passiven Demokratien, die erst handeln würden, wenn es zu spät sei, während er und US-Präsident Trump proaktiv auf die iranische Bedrohung reagierten.
Im Kampf gegen Barbaren, so argumentierte Netanjahu, rückten moralische Bedenken in den Hintergrund. Er zitierte einen seiner Lieblingsschriftsteller: Gut-Sein wie Jesus Christus sei im Konflikt mit Dschingis Khan kein Vorteil; wer am ruchlosesten vorgeht, siegt oft über das Gute. Demokratien müssten stärker sein als Barbaren oder riskieren deren Zerstörung.
Es bleibt fraglich, wie weit Netanjahu gehen kann, ohne selbst eine unkontrollierbare Gefahr darzustellen. Eine rote Linie wurde von US-Präsident Trump überschritten, nachdem das israelische Militär das South-Pars Gasfeld angegriffen hatte – die größten Gasvorkommen der Welt. Israel agierte hier ohne US-Beteiligung und Netanjahu versprach, dass künftige Angriffe dieser Art unterbleiben würden.