Auch angesichts des Nahost-Konflikts sollten Investoren die Grundprinzipien der Geldanlage befolgen, indem sie auf langfristige Perspektiven setzen und günstige Indexfonds sowie ETF nutzen. Die Spannungen um den Iran haben zu Unruhen an den Börsen geführt, mit steigenden Erdölpreisen durch die Blockade der Seestraße von Hormuz. Diese Entwicklungen sorgen für Ängste vor einer Stagflation – also einem wirtschaftlichen Dämpfer bei gleichzeitig erhöhter Inflation. Obwohl eine signifikante Korrektur an den Aktienmärkten bisher ausgeblieben ist, zeigen Indizes wie der S&P 500 mit minus 2,8 Prozent seit Jahresbeginn, der Euro-Stoxx-50 mit minus 1,3 Prozent und der Schweizer SMI mit minus 3,2 Prozent eine leichte Verschlechterung. Längere oder erweiterte Konflikte könnten jedoch zu stärkeren Verlusten führen. René Stiefelmeyer von Hinder Asset Management äußert Bedenken über die möglichen Auswirkungen eines anhaltenden Konflikts auf die Inflation und Kapitalmarktzinsen. Die Unsicherheit könnte somit länger andauern. Historische Erkenntnisse zeigen, dass in solchen Zeiten oft voreilige Änderungen am Anlageportfolio getätigt werden, was kostspielig sein kann. Patrick Eugster betont, dass die meisten Studien gegen eine Portfolioanpassung aufgrund von geopolitischen Ereignissen sprechen, da Transaktionskosten entstehen. Langfristiges Investieren erfordere Geduld und Disziplin – man solle nicht vorschnell handeln. Eine gut durchdachte Anlagestrategie sollte bestehen bleiben, sofern sich der Zeithorizont oder das Risikoprofil nicht ändern. Christof Reichmuth von der Bank Reichmuth rät dazu, nur Geld in Aktien zu investieren, das man wirklich nicht benötigt, und die persönliche Risikotoleranz bei der Strategieplanung zu berücksichtigen. Geopolitische Turbulenzen könnten eine Neubewertung des eigenen Risikoempfindens erfordern. Viele Anleger glauben, durch aktives Handeln besser abschneiden zu können als der Markt – oft ein Trugschluss. Eine vorsichtige Strategie wie das Verlagern von Geld aufs Konto kann teuer sein, da die besten Börsentage meist nahe an den schlechtesten liegen. Langfristig erzielen Anlagen in Schweizer Aktien historisch betrachtet eine Rendite von 4,6 Prozent pro Jahr nach Inflationsausgleich. Untersuchungen zeigen, dass zehnjährige Investitionen seit 1931 keine Verluste verzeichneten. Anleger sollten vorsichtig sein bei Produkten, die versprechen, Verluste zu begrenzen oder garantierte Renditen zu bringen; oft sind diese teuer und halten ihre Versprechen in Krisenzeiten nicht. Auch aktiv verwaltete Fonds erreichen selten eine bessere Performance als ETF-Portfolios. Um langfristig Vermögen aufzubauen und Kosten niedrig zu halten, sollten Anleger sich für kostengünstige Anlageprodukte wie Indexfonds und ETF entscheiden. Diese ermöglichen eine breite Streuung über verschiedene Klassen – ein entscheidender Bestandteil einer gut durchdachten Anlagestrategie. Ein robustes Portfolio verbindet offensive und defensive Elemente, die miteinander harmonieren. Auch wenn Kryptowährungen als Frühindikatoren für Marktstimmungen dienen können, haben sie ihre Rolle als „digitales Gold“ bisher nicht erfüllt. Schweizer Anlageexperten diskutieren über den Nutzen einer Investition in Schweizer Aktien im Vergleich zur globalen Diversifikation. Während einige eine höhere Gewichtung für Schweizer Unternehmen befürworten, betonen andere die Notwendigkeit eines weltweit diversifizierten Portfolios.