In den Naherholungsgebieten des Pilatus häufen sich Müllablagerungen, was Experten alarmiert. Ein Leserreporter von zentralplus bemängelt die Situation: Im Waldgebiet der Krienseregg fand er eine mit Abfall gefüllte Papiertüte vor, die später zerstört war und deren Inhalt über das Gelände verstreut lag – ein Zeichen dafür, dass Wildtiere den Müll aufgenommen haben.
Martin Heini, Präsident von Pro Pilatus, bestätigt diese Beobachtung als nicht isoliert. Er erklärt: „Picknickgruppen, die mit Taschen anreisen und ihren Abfall liegen lassen, sind ein wiederkehrendes Problem.“ Im Gegensatz zu traditionellen Wanderern hinterlassen sie oft Müll. Der fehlende Zugang zu Abfalleimern verstärkt das Problem.
Heini gibt zu bedenken, dass obwohl die Menge an Müll subjektiv konstant erscheint, ein Anstieg der Besucherzahlen nach der Pandemie neue Herausforderungen mit sich bringt. Unbekannte Bergbesucher verstehen nicht immer die Regeln und hinterlassen zusätzlichen Abfall wie Pappbecher oder Plastikgeschirr.
Die Gemeinden fördern Eigenverantwortung, indem sie an Picknickplätzen bewusst weniger Abfalleimer installieren. Die Idee dahinter: Ohne Entsorgungsmöglichkeiten sollte der gesamte Müll mitgenommen und ordnungsgemäß entsorgt werden.
Um die Ordnung zu gewährleisten, arbeiten Pilatus-Bahnen-Mitarbeiter an stark frequentierten Stellen. Seit September 2025 engagiert sich die Stadt Kriens zudem in einem Pilotprojekt mit Rangern zur Sensibilisierung und gegebenenfalls Eingriff.
Die jährliche „Pilatus-Putzete“ sorgt für Sauberkeit, obwohl ihr Fokus auf der Wartung von Wegen liegt. Die Pilatus-Wacht kümmert sich regelmäßig um den Müll während ihrer Touren vom Mai bis Oktober. Am 20. Juni wird wieder eine „Pilatus-Putzete“ durchgeführt.
Heini hebt hervor, dass nicht alle Verschmutzungen absichtlich sind, sondern manchmal unabsichtlich passieren. Im konkreten Fall des Leserreporters zeigte Zivilcourage: Der Reporter sammelte den Müll ein und entsorgte ihn fachgerecht.
Verwendete Quellen:
Ein Bericht von einem Leserreporter, schriftlicher Austausch mit Martin Heini und zentralplus Medienarchiv.