Nach der Entlassung von Dennis Hediger wird Carlos Bernegger als Interimstrainer beim FC Zürich eingesetzt, bevor ab Sommer Marcel Koller das Zepter übernimmt. Der frühere GC-Star soll dem kriselnden Verein neues Leben einhauchen und zur Stabilität verhelfen.
In einem schwierigen Jahr für den FC Zürich erinnert sich die Klubführung an eine GC-Legende: Marcel Koller, der 65-jährige Trainer, war in den 1980er und 1990er Jahren ein Symbol des Grasshopper-Clubs. Mit dem Erfolgsgeschick, das er auch als GC-Trainer Meister 2003 machte, soll er ab Sommer die Führung übernehmen.
Koller bringt eine beeindruckende Trainerlaufbahn mit: Er leitete Teams bei FC St. Gallen, GC, 1. FC Köln, Bochum und der Schweizer Nationalmannschaft sowie beim FC Basel und Al-Ahly in Ägypten. Bis zum Sommer wird Bernegger die Mannschaft vorübergehend führen, um Koller nicht direkt mit den Problemen des vergangenen Jahres zu konfrontieren.
Bernegger, 57 Jahre alt, hat ebenfalls eine lange Verbindung zum Grasshopper Club und war einst Assistent unter Koller bei verschiedenen Stationen. Er übernimmt die Führung nach der Trennung von Hediger Anfang März als Co-Trainer.
Der Entschluss, Hediger zu entlassen, wirkt in diesen Zeiten weniger wie ein Zeichen von Abstiegsangst sondern vielmehr als Reaktion auf grundsätzliche Bedenken über die Zukunft des Vereins. Der Wechsel fand bereits im Dezember 2022 statt und hatte zum Ziel, eine neue Dynamik zu schaffen.
Seit dem Saisonstart mit Mitchell van der Gaag hat der FC Zürich mehrere Trainerwechsel erlebt, bei denen sich die Leistungsfähigkeit des Teams verschlechterte. Unter Hediger sanken die erzielten Punkte pro Spiel deutlich von 1,44 auf 0,88.
Hedigers Versuch, eine Chance als Jungtrainer zu nutzen, misslang letztendlich, da seine Entscheidungen nicht mit den sportlichen Zielen übereinstimmten. Die Trennung von wichtigen Spielern und die anhaltende Krise unter der früheren Führung von Milos Malenovic belasteten das Team zusätzlich.
Die aktuelle Umstrukturierung unter dem Einfluss des Sportchefs Dino Lamberti spiegelt eine Fortsetzung der Agentenabhängigkeit wider. Nach dem Misserfolg mit Malenovic, setzt Lamberti nun auf erfahrene Trainer wie Bernegger und Koller.
Der FC Zürich hofft, dass die Erfahrung von Koller den Verein aus seiner Krise führen kann. Mit ihm soll ein ruhender Fels geschaffen werden, an dem sich das Team neu orientieren kann. Die schwierige Saison 2022 ist der Wunsch nach einem Neuanfang.