Nach mehr als zehn Jahren überraschendem Ende seiner Amtszeit wurde Patrick Fischer als Nationaltrainer von Swiss Ice Hockey entlassen. Die Entscheidung fiel nach einer Affäre, bei der sich Fischer weigerte, selbst zurückzutreten. Der Verband setzte Jan Cadieux als neuen Interimstrainer ein, um die Heim-WM im Mai zu leiten.
Am Mittwochabend um 19:32 Uhr verkündete Swiss Ice Hockey Fischers Freistellung. Er befand sich in Topolcany, Slowakei, mit dem Nationalteam in der Vorbereitung auf die WM. Fischer sah sich der Wahl gegenüber: Rücktritt oder Entlassung. Seine Weigerung führte zu seinem Amtsenthebung.
Fischer hatte am Montagabend einem SRF-Journalisten zugegeben, ein gefälschtes Covid-19-Zertifikat erworben zu haben und dafür 39.000 Franken Strafe bezahlt zu haben. In seiner Entschuldigung behauptete Fischer, sich sonst immer an das geltende Recht gehalten zu haben, obwohl der Strafbefehl nach einem Vergehen aus dem Jahr 2020 auf Bewährung stand.
Sein Vorgehen, ein gefälschtes Zertifikat für die Einreise nach China zu verwenden und diese Tatsache vor seinem Arbeitgeber geheimzuhalten, zerstörte das Vertrauen weiter. Er weigerte sich auch, externe Hilfe für seine Kommunikation in Anspruch zu nehmen.
Fischers Entscheidungen setzten sein Team Risiken aus und verhinderten eine geordnete WM-Vorbereitung. Seine Entourage betrachtet ihn nun offenbar als Opfer der Situation. Der Verband sieht sich jedoch in der Lage, seinen Vertrag ohne Kostenfolge aufzulösen.
Urs Kessler, Präsident von Swiss Ice Hockey, betonte: „Der Fall hat eine öffentliche Werte- und Vertrauensdiskussion ausgelöst, die wir sehr ernst nehmen. Die erste Beurteilung war zu kurz gegriffen.“
Fischer, der seit Dezember 2015 Trainer war, hatte mit seiner charismatischen Art Schweizer Eishockey populär gemacht. Trotzdem wurde seine Zeit als Trainer nun abrupt beendet. Cadieux soll bei der anstehenden Heim-WM zeigen, wie erfolgreich das Team ohne Fischer weitermachen kann.