Seit 2016 ist das Durchschnittsalter von Autos in Deutschland und der Schweiz um über zwei Jahre gestiegen. Hohe Preise und die langsame Einführung der Elektromobilität veranlassen Konsumenten, länger auf den Kauf neuer Fahrzeuge zu verzichten. Diese Entwicklung könnte sich fortsetzen und Fragen zur Sicherheit älterer Autos aufwerfen.
Ein Video behauptet, dass Autos seit 2008 nicht mehr so reparierbar seien wie früher, was zu hohen Wartungskosten führe. Viele Kommentare unter dem Clip zeigen Stolz über die Kilometerleistung ihrer alten Fahrzeuge, einige berichten von über 300.000 bis 400.000 Kilometern. Diese Subkultur spiegelt einen Trend wider, der die Autobranche vor Herausforderungen stellt.
Konsumenten verzögern den Kauf neuer Autos und nutzen ihre alten Fahrzeuge länger. Das Durchschnittsalter von in Deutschland zugelassenen Pkw hat sich Anfang 2026 im Vergleich zu 2025 von 10,6 auf 10,9 Jahre erhöht. Vor zehn Jahren lag es um mehr als zwei Jahre niedriger. Auch der Anteil älterer Autos wächst: Jedes achte ist mindestens 20 Jahre alt und knapp sechs Prozent stammen aus dem letzten Jahrhundert.
In der Schweiz lag das Durchschnittsalter der Fahrzeuge 2025 bei 10,5 Jahren. Die Neuzulassungen sind gesunken, in Deutschland liegen sie seit fünf Jahren unter drei Millionen und auch die Schweizer Zahlen sanken 2020. Der Absatz lag 2025 bei etwa 230.000 neuen Fahrzeugen.
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) lobt die Langlebigkeit seiner Produkte, da sie Umweltverträglichkeit fördern. Eine Studie des deutschen Umweltbundesamtes zeigt, dass neue E-Autos viel Rohstoffe und Energie benötigen, nur bei sehr alten Autos ist ein Neukauf ökologisch sinnvoll.
Burkhard Weller von einer großen Handelskette sieht zwei Hauptgründe für die Langlebigkeit: bessere Qualität der Fahrzeuge und gestiegene Kosten neuer Autos. Der Preis eines VW Golf hat sich seit 2006 beispielsweise fast verdoppelt, was das Geschäft mit Gebrauchtwagen wichtiger macht.
Der deutsche Staat fördert den Kauf von E-Autos mit einer neuen Prämie, doch die Wirkung ist noch ungewiss. Felix Mogge von Roland Berger sieht Unsicherheit über Antriebskonzepte als Grund für vorsichtige Konsumenten, während er keine neue Kaufwelle erwartet.
Richard Goebelt vom TÜV-Verband warnt vor Sicherheitsproblemen bei alten Autos: Verschleiß und fehlende moderne Sicherheitssysteme sind Bedenken. Trotzdem ist Irv Gordon mit seinem Volvo P 1800 bis zu fünf Millionen Kilometer gefahren, was die Beliebtheit älterer Fahrzeuge zeigt.