Der Bund hat angekündigt, seine Abhängigkeit vom US-Konzern zu verringern, obwohl erst kürzlich Microsoft 365 an etwa 54.000 Arbeitsplätzen eingeführt wurde. Die neue Office-Version des amerikanischen Unternehmens war trotz Datenschutzbedenken installiert worden. Nun gibt es Pläne zur schrittweisen und langfristigen Reduktion dieser Abhängigkeit, wie Recherchen ergeben haben. Ein Sprecher der Bundeskanzlei bestätigte diese Absicht.
Die Entscheidung, sich von Microsoft zu lösen, kommt unerwartet. Vor kurzem wurde innerhalb der Verwaltung gegen alternative Lösungen Widerstand geleistet und Open-Source-Software als nicht ausgereift beschrieben. Thomas Süssli, ehemaliger Armeechef, forderte jedoch kurz vor seinem Ausscheiden eine schnellere Prüfung solcher Alternativen.
Inzwischen liegt eine Machbarkeitsstudie bei der Bundeskanzlei vor, die bestätigt, dass Open-Source-Software Microsoft ersetzen könnte. Die Verwaltung bereitet nun die Umsetzung vor.
Deutschland ist schon weiter: Es hat das Zentrum für digitale Souveränität ins Leben gerufen und bietet eine unabhängige Open-Source-Lösung an, an der auch die Schweiz interessiert ist. Schleswig-Holstein hat seine Verwaltung bereits auf diese Lösung umgestellt, was zeigt, dass eine Ablösung nicht nur machbar, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll ist.