Anfang Dezember führte die Debatte über den Steuerfuss in der Gemeinde Baar noch zu Kontroversen. Nun berichtet sie von einem erheblich höheren Einnahmeüberschuss als ursprünglich geplant, was Spielräume für weitere Steuernachlässe und Projekte eröffnet.
Die Entscheidung über den Steuerfuss für das Jahr 2026 fiel während der Gemeindeversammlung im Dezember knapp mit drei Stimmen auf eine Senkung auf 49 Prozent. Das Budget prognostizierte bereits ein Plus von 25,1 Millionen Franken für 2025. Die tatsächlichen Zahlen weisen jedoch einen noch beeindruckenderen Ertragsüberschuss von 55,5 Millionen Franken aus.
Die Einnahmen übertrafen die Planungen deutlich, mit insgesamt 202,1 Millionen Franken statt der geplanten 173,5 Millionen. Der überwiegende Teil dieser überraschenden Mehreinnahmen stammte von den Steuern, die um 32,4 Millionen höher lagen als erwartet. Insbesondere Unternehmen zahlten 12,1 Millionen Franken mehr an Steuern, während natürliche Personen weitere 4,8 Millionen beisteuerten. Zusätzliche Einnahmen kamen aus Erbschafts-, Schenkungs- und Grundstückgewinnsteuern sowie aus Wertberichtigungen bei Immobilien.
Die Ausgaben hielten sich eng an den geplanten Betrag von 146,6 Millionen Franken, während das Budget 148,4 Millionen vorsah. Die Gemeinde kontrollierte die Kosten effektiv und verzeichnete geringere Personalaufwendungen als erwartet.
Mit dem finanziellen Polster plant Baar nun Rückstellungen für verschiedene Projekte: 5 Millionen Franken sollen der Umgebungsgestaltung Sternmatt 2 zugutekommen, während 4 Millionen für die Sanierung der Waldmannhalle und weitere 9 Millionen in den Entwässerungsbereich fließen. Darüber hinaus ist eine Rückstellung von 3 Prozent auf dem Steuerfuss 2027 geplant, um die Bevölkerung finanziell zu entlasten. Dies bedeutet eine Rücklage von 4,1 Millionen Franken.
Die Entscheidung über diese Mittelverwendung trifft die Rechnungsgemeindeversammlung im Juni. Baar investierte im Jahr 2025 netto 37,7 Millionen Franken in Projekte wie die Dreifachsporthalle Sternmatt 2 und neue Schulgebäude auf den Anlagen Sternmatt 1 und Wiesental, ohne dabei neue Schulden zu machen.
Auch für zukünftige Investitionen stehen große Vorhaben an: der Bahnhof mit Bushof, die Planung im Gebiet Bahnmatt sowie die Weiterentwicklung des Lättichs. Zudem sind die Sanierung des Schwimmbads Lättich und Arbeiten an verschiedenen Schulhäusern geplant.