Regelmässig erreichen das SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» Beschwerden über die Firma Alpenglas GmbH, ansässig in Freiburg. Früher bis Februar 2025 unter dem Namen MW Service Fensterbau GmbH bekannt, wird ihr nun manipulative Geschäftsmethoden vorgeworfen. Viele Kunden entdeckten das Unternehmen über Webseiten wie schweizerfenster24.ch oder glas-haus.ch.
Beschwerden umfassen unerwartet hohe Rechnungen: Ein Kunde berichtet, dass Alpenglas behauptete, keine Offerten für Aufträge unter 500 Franken zu erstellen. Die daraus resultierende Rechnung belief sich jedoch auf fast 2000 Franken. Andere erwähnen, dass eine scheinbar unverbindliche Besichtigung plötzlich mit einer mehrtausend Franken teuren Rechnung endete. Schwammige Kostenvoranschläge, die schlussendlich doppelt so hoch ausfielen wie mündlich zugesichert, sowie Fahrspesen von 1000 Franken für Anfahrten aus Freiburg sind weitere Vorwürfe.
Der Fachverband der Fenster- und Fassadenbranche rät dazu, immer eine schriftliche Offerte vor Arbeitsbeginn zu verlangen und den Arbeitsrapport nach der Arbeit zu überprüfen. Auf der Branchenseite ist ein rotes Feld mit «24/7» für seriöse Glasfirmen mit 24-Stunden-Service verfügbar.
In einem Fall sollen Mitarbeiter von Alpenglas ohne Zustimmung eines defekten Objekts bei einer unverbindlichen Besichtigung entwendet und repariert haben. Nach Bezahlung wurde es zurückgegeben, berichten die Betroffenen. Negative Bewertungen auf Trustpilot warnen vor der Firma.
Viele Betroffene erzählen von Einschüchterungsversuchen: Bei Reklamation drohen Anwälte mit Betreibung oder Handwerkerpfandrecht und bieten Rabatte unter der Bedingung, dass eine Vereinbarung unterzeichnet wird, die das Aussprechen gegenüber Medien verbietet.
Auf Nachfrage von SRF äusserte sich Katharina Müller, im Handelsregister als Geschäftsführerin eingetragen, mit einem einzigen Satz: «Die Vorwürfe werden bestritten.» Es folgte keine weitere Reaktion auf erneute Fragen.
Radio SRF1, Espresso, 29.04.2026, 08:10 Uhr