Die Baselbieter Gesundheitsversorgungslandschaft bleibt unverändert. Gesundheitsdirektor Thomi Jourdan entschied sich dafür, die bestehenden Standorte in Liestal und auf dem Bruderholz beizubehalten. Schliessung dieser Standorte zugunsten eines neuen Spitals in Pratteln BL würde der Versorgungssicherheit der Bevölkerung nicht dienen.
Die Baselbieter Regierung kommt zu dem Schluss, dass eine Zwei-Standort-Lösung medizinisch und wirtschaftlich überzeugender ist. Sie weist auch geringere Risiken in der Umsetzung auf, wie an einer Medienkonferenz am Freitagmorgen erläutert wurde.
Die Regierung hat damit die Idee eines neuen Spitalneubaus fallen gelassen, obwohl dies von politischen Kreisen noch diskutiert werden könnte. Die “Interessengemeinschaft Zukunft Kantonsspital”, eine Gruppierung aus Politikern verschiedener Parteien, sieht in der Entscheidung für zwei Standorte eine verpasste Chance. Sie argumentieren, dass ein modularer Neubau flexibler auf zukünftige Veränderungen im Gesundheitswesen reagieren könnte.
Mit dieser Entscheidung setzt sich Baselland vom Schweizer Trend ab, die Anzahl der Spitalstandorte zu reduzieren. Dies geschieht trotz hoher Krankenkassenprämien und Gesundheitskosten im Kanton. Es wurde evaluiert, dass weniger Spitäler nicht zwangsläufig geringere Kosten bedeuten.
Die Regierung hat eine Evaluation in Auftrag gegeben, die ergab: “Wenn wir an den beiden aktuellen Standorten festhalten, ist dies wirtschaftlicher,” so Jourdan. Zwar wäre ein neues Spital voraussichtlich profitabler, aber insgesamt würde es den Kanton mehr kosten. Die Einzelspitalvariante hätte 1,16 Milliarden Franken verschlungen, während die Option Liestal/Bruderholz nur auf 850 Millionen Franken geschätzt wird – ein Unterschied von 36 Prozent.
Regionaljournal Basel, 27. März 2026, 12:03 Uhr