Olivier de Weck, ein renommierter Experte für Luft- und Raumfahrttechnik am MIT, analysiert die aktuellen Entwicklungen der Raumfahrt. Er beschreibt, wie die Industrie boomt, mit einem besonderen Fokus auf Satellitenprojekte, Datenzentren im All und bemannten Missionen zum Mars. Seit drei Jahrzehnten untersucht de Weck, inspiriert von den Sternen des Wallis, die Mechanismen der Luft- und Raumfahrttechnik und deren logistische Herausforderungen.
Die heutige Epoche der Raumfahrt gleicht laut de Weck dem Wilden Westen. Es gibt Weltraumtourismus, Internetdienste vom All aus und umfangreiche Erdbeobachtungsprojekte. Unternehmen bieten nun vermehrt Produkte direkt an Endkunden oder andere Firmen statt ausschließlich an Regierungen wie die Nasa oder ESA. Die Industrie hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt und wird laut de Weck bis 2029 erneut wachsen.
Mit einem geschätzten jährlichen Umsatz von etwa 600 Milliarden Dollar, was etwa ein Drittel der gesamten Luftfahrtindustrie entspricht, zeigt die Raumfahrt eine Wachstumsrate zwischen 7 und 11 Prozent. In den letzten Jahren gab es 324 Raketenstarts, wobei 5 Prozent misslangen. Die Zuverlässigkeit muss steigen, da viele neue Akteure im Markt sind. De Weck prognostiziert tägliche Starts in naher Zukunft sowie sinkende Kosten auf unter 1000 Dollar pro Kilogramm Transportgewicht.
Die Herstellung von Satelliten im All scheint vielversprechend, während die Produktion anderer Güter, wie Medikamente oder Kristalle, noch nicht rentabel ist. Datenzentren im Weltraum könnten sich durch geringere laufende Kosten rechnen, obwohl hohe Kapitalkosten anfallen.
Obwohl das Potenzial für zehn Millionen Satelliten in der Erdumlaufbahn besteht, könnte die Umlaufbahn um 800 Kilometer Höhe bald überfüllt sein. Starlink hebt sich mit seinem global verfügbaren Internet hervor und beeinflusst geopolitische Szenarien.
Militärische Aktivitäten im Weltraum nehmen zu, was das Risiko eines Krieges birgt. De Weck betont die Notwendigkeit der Vermeidung solcher Konflikte. Die Vision von de Weck ist es, dass Menschen bis Ende des Jahrhunderts auf mehreren Planeten leben werden, gestützt durch technologischen Fortschritt und Investitionen.