Nach einer langen Zeitspanne von 43 Jahren öffnet die australische Pflanzenart Doryanthes palmeri erstmals ihre markanten roten Blüten – und tut dies zugleich zum letzten Mal. Vincent Goldschmid, Leiter der Gewächshäuser im Botanischen Garten Genf, erklärt gegenüber RTS: “Monokarpe Pflanzen wie diese sammeln über Jahre hinweg Energie, um schließlich eine beeindruckende Blüte zu entwickeln.” Für ihn und sein Team ist dieser Anblick mehr als ein botanischer Zufall; er sei das Resultat von Geduld und Teamarbeit. “Ich bedanke mich bei meinen Kolleginnen und Kollegen der Vergangenheit für ihre Arbeit, die nun Früchte trägt,” sagt Goldschmid.
Die Doryanthes palmeri gilt in freier Natur als gefährdet, weshalb ihre Erhaltung in den Genfer Gewächshäusern von großer Bedeutung ist. Dort gedeihen etwa 4000 verschiedene Pflanzenspezies. Bereits für die Nachfolge gesorgt: Eine jüngere Pflanze steht bereit, ausgesät im Jahr 2016 und nun zehn Jahre alt. “Sobald sie genügend Kraft hat, werden wir mit einer erneuten Pracht an roten Blüten belohnt,” so Goldschmid.
Die aktuell sichtbaren Blüten dürften noch mehrere Wochen bestehen bleiben – die Knospen öffnen sich allmählich in Einklang mit den warmen Frühlingstagen. Bekannt auch als “Riesenspeerlilie”, erreicht diese Pflanze während der Blütezeit eine Höhe von bis zu fünf Metern und ist heimisch in Queensland sowie New South Wales, Australien. Auch Agaven und einige Bambusarten zählen zu den monokarpen Arten; die Mutterpflanzen sterben nach ihrer einzigen Fortpflanzung allmählich ab.
RTS 19h30, 3.4.2026, 19:30 Uhr