Mit 90 Jahren verstarb der Architekt und Stadtplaner Ueli Roth, dessen Arbeit die Transformation von Industriegebieten in Zürich maßgeblich prägte. Er hinterlässt ein bedeutendes Erbe in der städtebaulichen Entwicklung der Region.
Während einige Einheimische vielleicht nicht den Namen kennen, war Ueli Roth eine Schlüsselfigur bei Projekten wie Neu-Oerlikon und dem Maag-Areal mit dem Prime-Tower. Besonders bemerkenswert ist seine Rolle in der Umgestaltung des Industriegebiets bei Oerlikon zu einem lebendigen Stadtteil, in dem heute rund 5000 Menschen leben und etwa 12.000 arbeiten.
2011 veröffentlichte Roth ein Buch, das den Prozess der städtebaulichen Verwandlung von Neu-Oerlikon dokumentierte. Die Zusammenarbeit zwischen Eigentümern und Behörden war zentral für diesen Erfolg, wobei Ursula Koch als Hochbauvorsteherin eine pragmatische Rolle spielte.
Die Buchpräsentation im Januar 2011 versammelte viele Beteiligte wie Michael Funk und Edwin Somm, die damals als Konzernchefs von Oerlikon-Bührle und ABB involviert waren. Auch Martin Waser, der Stadtrat und ehemalige Sprecher des Anwohnervereins «zürifüfzg», nahm teil.
Ueli Roth studierte Architektur an der ETH Zürich (1954-1959) und vertiefte seine Kenntnisse in Urban Design an der Harvard University. Nach seiner Zeit als Assistenzprofessor in Berkeley kehrte er 1963 nach Europa zurück und gründete ein eigenes Planungsbüro, das später zahlreiche Umnutzungsprojekte leitete.
Zu seinen späteren Projekten zählten die Umgestaltung des Maag-Areals sowie die Transformation des ABB-Stammareals. Gelegentlich war Roth auch architektonisch aktiv, beispielsweise bei der Planung des Bahnhofs Stettbach. Ueli Roth verstarb am 11. April kurz vor seinem 91. Geburtstag.