Um als „High-Protein-Produkt“ vermarktet werden zu dürfen, müssen mindestens 20 Prozent der Kalorien in einem Lebensmittel aus Eiweiß stammen. Natürlicherweise eiweißreiche Nahrungsmittel wie Hüttenkäse oder Linsen erfüllen diesen Anspruch von allein. Andere Produkte, darunter Chips, Riegel und Getränke, werden hingegen mit zusätzlichem Eiweiß angereichert. Diese hochverarbeiteten Lebensmittel sind oft reich an Zusatzstoffen und gelten nicht als besonders gesund. Zudem neigen sie dazu, teurer zu sein.
Der Bedarf an Eiweiß für eine gesunde erwachsene Person liegt laut dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) bei 0,8 Gramm pro Kilo Körpergewicht. Dieser Wert kann jedoch variieren, je nach Lebensphase oder körperlicher Aktivität. Schwangere, Stillende sowie ältere Menschen haben einen höheren Bedarf an Eiweiß. Auch Sportler benötigen mehr Protein.
Für wen „High-Protein-Produkte“ sinnvoll sein können: Eine ausgewogene Ernährung ermöglicht es in der Regel, den Eiweissbedarf zu decken. Viele Lebensmittel enthalten von Natur aus schon genügend Eiweiß. Für Personen mit erhöhtem Bedarf an Eiweiß könnten „High-Protein-Produkte“ eine Option darstellen. Sie ermöglichen es, die notwendige Proteinmenge gegebenenfalls mit weniger Nahrung zu erreichen.
Radio SRF 1, Espresso, 30.03.2026, 08:10 Uhr