Der norwegische Fußballstar Erling Haaland hat sich überraschend für den Kauf eines teuren Buches entschieden, obwohl er angibt, “kein großer Leser” zu sein. Es handelt sich bei dem Werk um die “Königssagen” von Snorri Sturluson aus dem Jahr 1594, ein bedeutendes literarisches Monument Norwegens und nun das teuerste Buch des Landes. Für eine Summe von 1,3 Millionen Kronen (rund 106.000 Franken) erwarb Haaland dieses Schmuckstück der Literatur zusammen mit seinem Vater im vergangenen Dezember bei einer Auktion.
Haaland plant nicht, das Buch für sich selbst zu behalten, sondern hat es der Bibliothek in Bryne, seiner Heimatgemeinde im Südwesten Norwegens, überlassen. Er möchte damit junge Menschen dazu inspirieren, Bücher zu lesen und ihre Träume zu verfolgen. “Ich lebe meinen Traum, aber das ist vielen nicht möglich”, sagte Haaland. “Bücher haben mir gezeigt, wie sie Menschen helfen können, zu träumen und diese Träume zu verwirklichen.”
Während die Lesegewohnheiten von Fußballern oft diskutiert werden – Murat Yakin etwa bemerkte nach einer Kritik seiner Spieler in einem internen Chat 2018: “Ein Teil meiner Mannschaft kann nicht lesen, der andere versteht es nicht” – ist Haaland bereits als Fussballer mit intellektuellen Interessen hervorgetreten. Kay Voser, ein Verteidiger des FC Basel, war bekannt dafür, seine Liebe zu Büchern öffentlich gemacht zu haben und wurde daraufhin scherzhaft “Philo-Voser” genannt.
Mit seiner Buchspende umgeht Haaland den Ruf eines grossen Denkers, während er gleichzeitig pädagogische Ziele verfolgt. Die Übergabe des Buches an die Bibliothek beinhaltet eine Aufforderung, im kommenden Schuljahr einen Lesewettbewerb in allen Schulen der Kommune Time zu organisieren. Der Gewinner oder die Gewinnerin erhält als Preis die Möglichkeit, mit Haaland ein Spiel im Stadion Ullevaal in Oslo zu besuchen, wenn er für Norwegen antritt.