Die Lage im Nahen Osten spitzt sich weiter zu: Nachdem Teheran am Samstag zwei Raketen auf die britische Militärbasis Diego Garcia im Indischen Ozean abgefeuert hat – rund 4000 Kilometer von Iran entfernt –, haben die USA und Israel offenbar eine iranische Nuklearanlage angegriffen. Laut Berichten verfehlten beide Raketen ihr Ziel, was Großbritannien genutzt hat, um den US-Stützpunkt für defensive Bombardierungsmissionen zu nutzen. Dies zeigt die Reichweite von Irans Langstreckenraketen, deren Existenz Iran zuvor bestritten hatte. Nur drei Tage vor dem Angriff erklärte Aussenminister Abbas Araghchi gegenüber India Today: «Wir haben die Reichweite unserer Raketen bewusst auf unter 2000 Kilometer begrenzt».
Gleichzeitig intensivierten Washington und Israel ihre Offensive, indem sie das Urananreicherungszentrum Natanz bombardierten. Obwohl bislang kein radioaktives Material entwichen ist, markiert dies eine Ausweitung der Angriffe auf Irans Nuklearprogramm sowie dessen Sicherheitsapparat.
US-Präsident Donald Trump äußerte den Wunsch, die militärischen Bemühungen in Nahost gegen Iran zu verringern. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er am Freitagabend, dass Washington kurz davor sei, seine Ziele im Konflikt zu erreichen und daher eine Reduzierung der Kampfhandlungen erwäge. Doch bereits 24 Stunden später deutete sich ein Gegenteiliges an.
Israel widersprach Trumps Position: Verteidigungsminister Israel Katz verkündete, die Angriffe gegen das iranische Regime würden in dieser Woche zunehmen. Auch Iran zeigt keine Absicht, den Konflikt zu beenden. Nach dem Angriff auf Diego Garcia kündigte der Revolutionswächter an, neue offensive Taktiken einzusetzen und die Schwachstellen des Feindes auszunutzen.
Iran setzt weiterhin darauf, Kriegskosten anderen aufzubürden: Am frühen Samstagmorgen wurde berichtet, dass Saudi-Arabien sechzig iranische Drohnen abfangen konnte. Die Straße von Hormuz bleibt blockiert und die Ölpreise sind gestiegen.
Trump versucht mit der vorübergehenden Lockerung von US-Sanktionen auf iranisches Öl, die Energiekosten zu senken. Bis zum 19. April sollen Verkauf und Lieferung von rund 140 Millionen Barrel erlaubt sein, was jedoch politisch widersprüchlich wirkt, da es Teherans Kassen auffüllt.
Trotz der wirtschaftlichen Vorteile signalisiert diese Entscheidung ein zerrissenes Bild: Während das israelische und amerikanische Militär darauf abzielen, das iranische Regime zu schwächen, könnten die Öleinnahmen dessen Wirtschaft stabilisieren. Ein Ende des Konflikts bleibt weiterhin ungewiss.