Denis Hollenstein steht womöglich vor dem Ende seiner beeindruckenden Eishockeykarriere, da sein Vertrag bei den ZSC Lions nicht verlängert wird. Er selbst sagt: «Ich sauge alles voll auf». Am 30. April 2024 sicherten die ZSC Lions in der Swiss-Life-Arena ihren zehnten Meistertitel. Die Frage, wer den Pokal als Erster ins Stadion bringen würde, war offen. Letztlich übernahm Denis Hollenstein diese Rolle und erhielt dafür Anerkennung von Sportchef Sven Leuenberger: «Mit diesem Bild ist alles gesagt». Der Titel kam für Hollenstein nach einer 34-jährigen Wartezeit, seine älteste Tochter Ella zeigte sogar schon die Meistermedaille im Kindergarten. Für ihn war es der krönende Abschluss einer Karriere voller Höhepunkte wie sechs Weltmeisterschaften und drei Olympische Spiele.
Hollensteins Vater Felix, ebenfalls ein erfolgreicher Eishockeyspieler mit vier Meistertiteln in den 1990ern bei Kloten, äußerte sich stolz über das Erreichen seines Sohnes. Beinahe hätten sie gemeinsam triumphiert: Im Play-off-Final 2011 fehlte nur noch ein Sieg für den Erfolg. Heute genießt Felix seinen Ruhestand und überstand eine Knochenmarkkrebserkrankung.
Nach acht Saisons in Zürich, genauso viele wie er einst für seinen Herzensverein Kloten bestritt, steht Hollenstein vor einer ungewissen Zukunft. Er kam 2018 nach dem Abstieg mit Kloten zu den Lions und wurde schnell zum Topskorer seiner ersten Saison. Trotz anfänglichem Argwohn in Zürich konnte er sich durch zahlreiche Tore Respekt verschaffen. Aktuell ist er eine Art Maskottchen im Team, unterstützt seine Kollegen moralisch nach zwei Knieoperationen und nur einer Partie in 18 Monaten.
Die vergangene Saison endete mit einem Vertrag zu reduzierten Bezügen. Obwohl sein Beitrag abgenommen hat – neun Skorerpunkte in 33 Spielen zeigen seine schwächste Bilanz bisher – bleibt Hollenstein ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft. Der Coach Marco Bayer vergibt ihm zwölfeinhalb Minuten Eiszeit pro Spiel, während Andrighetto und Malgin mehr spielen.
Denis Hollenstein steht vor einer ungewissen Zukunft und plant parallel eine Trainerausbildung. Seine Frau ist Kindergärtnerin – Didaktik liegt in der Familie. Mit dem Ziel eines «Threepeats» will er sich mit den Lions Geschichte schreiben. Am Samstag beginnt die Herausforderung gegen Davos, einen starken Gegner in dieser Saison.
Hollenstein und sein Team haben das Potenzial, weiterhin erfolgreich zu sein. Der Coach betont die Parität der Liga, Hollenstein sieht gute Chancen für den Erfolg: «Die Energie ist da, das Team passt zusammen. Wenn wir unser bestes Hockey zeigen, haben wir gute Chancen». So könnte er doch noch einen würdigen Abschied schreiben.