In einer bemerkenswerten Partnerschaft haben die ETH Zürich und das IBM Forschungszentrum in Rüschlikon für die nächsten zehn Jahre eine Zusammenarbeit angekündigt. Ziel ist es, grundlegende Algorithmen für Quantencomputer sowie künstliche Intelligenz zu entwickeln – ein Feld, das bahnbrechendes Potenzial verspricht.
IBM unterstützt dabei den Aufbau neuer Professuren und Forschungsprojekte an der ETH Zürich. Mit dieser Förderung sollen zwei Teams von Wissenschaftlern finanziert werden; die Gesamtsumme bewegt sich im zweistelligen Millionenbereich, was Projekten für etwa vierzig Forscher ermöglicht wird. Auch in Rüschlikon plant IBM bedeutende Investitionen.
Die ETH Zürich verfügt bereits über ein KI- und Quantentechnologiezentrum, doch die neue Initiative mit IBM zielt darauf ab, neue Horizonte zu erschließen. Mit dem Versprechen einer Revolution in der Informatik durchbricht Quantencomputing die Grenzen traditioneller IT: Während klassische Computer auf binären Codes basieren (0 und 1), nutzen Qubits simultane Zustände dank der Quantenmechanik, was ihre Effizienz für spezifische Probleme exponentiell erhöht.
Alessandro Curioni, IBM-Forschungszentrumsleiter, beschreibt die Zukunftsvision: Während konventionelle Computer Schritt für Schritt vorgehen, können Quantencomputer mehrere Lösungen gleichzeitig erforschen. Hierbei spielen Algorithmen eine entscheidende Rolle – sie machen es möglich, dass Menschen die Ergebnisse von Computern verstehen und nutzen können.
Die Risiken sind nicht zu unterschätzen: Mit fortschrittlichen Quantencomputern könnten Feinde geheime Daten entschlüsseln, was mit herkömmlicher Technik unmöglich wäre. IBM setzt sich dementsprechend ambitionierte Ziele: Bis 2029 soll der erste fehlerfreie Quantencomputer entwickelt werden. Die Herausforderung liegt in der Instabilität von Qubits, die leicht durch Störungen beeinträchtigt werden können.
Curioni bleibt gelassen und betont, dass IBM bereits Standards für Verschlüsselungstechnologien geschaffen hat, die selbst Quantencomputer nicht brechen können. Diese Bemühungen werden fortgesetzt, um Algorithmen zu entwickeln, die vor solchen Bedrohungen schützen – ein Unterfangen, das eng mit KI verbunden ist.