Eine bahnbrechende Entwicklung im öffentlichen Verkehr ermöglicht es Nutzern, ganz ohne Check-in und Check-out zu reisen. Dieses neue System vergleichbar mit einem Generalabonnement erfordert keinerlei Vorab- oder Nachbereitungsprozeduren des Fahrgastes – die Kosten werden automatisch nach der tatsächlichen Nutzung berechnet.
Michaela Ruoss von Alliance Swisspass betont, dass es sich um einen weiteren Schritt zu einer noch komfortableren Reise handelt: „Mit dieser Technologie ist es nicht mehr notwendig, sich vor oder nach der Fahrt ein- und auszuchecken.“ Das System ‚Be in – Be out‘ (Bibo) erkennt selbstständig die Dauer der Nutzung im ÖV und verrechnet den entsprechenden Preis danach. Ein gültiges Ticket entsteht automatisch.
Dies gilt auch beim Umsteigen. Die SBB sieht das digitale Fortschritt positiv, da bisherige manuelle Check-ins zu Unannehmlichkeiten führten, wie die Fälle von verspäteten Eincheckens zeigen. Parand Rohani, SBB-Digital-Business-Leiter, ist überzeugt, dass Bibo ein wichtiges Kundenbedürfnis erfüllt.
Das Rollmaterial der SBB ist bereits mit den nötigen Bluetooth-Technologien ausgestattet, die durch Beacons ermöglicht werden. Ausnahmen gibt es nur bei internationalen Zügen wie TGV oder ICE und in wenigen Sonderfällen.
Ein zweimonatiger Feldversuch beginnt Ende April 2026 mit rund 3000 Teilnehmern, um das System zu testen. Die SBB plant die Integration von Bibo in der SBB-Mobile-App nach Klärung offener Fragen. Zwischen dem 27. April und Juni 2026 wird die Zuverlässigkeit und Akzeptanz des Systems geprüft.
Die Kundenorganisation „Pro Bahn“ begrüsst das neue System, unter der Bedingung, dass bestehende Ticketoptionen weiterhin verfügbar bleiben. Die SBB sichert zu, dass bisherige Systeme wie Easy Ride oder traditionelle Ticketausgabe weiter genutzt werden können.
Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) sieht in Bibo keine fundamentalen Probleme und ist im Dialog mit Alliance Swisspass, um das Projekt strategisch zu begleiten. So kann der EDÖB bei Bedarf beratend oder aufsichtsrechtlich eingreifen.
Der Feldversuch startet am 13. April 2026.