In einem Dorf im Süden des Libanons hat die israelische Armee Maßnahmen gegen zwei Soldaten ergriffen, nachdem diese eine Jesus-Statue beschädigt hatten. Das Bild der Tat verbreitete sich schnell in den sozialen Medien und sorgte weltweit für Empörung.
Das kontroverse Foto, das am 19. April veröffentlicht wurde, zeigt einen israelischen Soldaten mit einer stumpfen Axt auf dem Kopf der Statue, nachdem diese von ihrem Kreuz entfernt worden war. Der Vorfall ereignete sich im christlichen Dorf Debel, während eine Waffenruhe zwischen Israel und der schiitischen Hizbullah-Miliz in Kraft getreten war.
Younis Tirawi, ein palästinensischer Journalist, veröffentlichte das Bild auf der Plattform X. Es wurde mehr als 12,8 Millionen Mal angesehen und löste international Aufmerksamkeit aus. Die israelische Armee reagierte rasch mit einer Untersuchung und bestätigte die Authentizität des Fotos. Sie betonte, dass das Verhalten nicht den Werten der Streitkräfte entspreche.
Israels Premierminister Benjamin Netanyahu äußerte sich auf X schockiert über den Vorfall und versprach strenge disziplinarische Maßnahmen. Aussenminister Gideon Saar bezeichnete die Handlung als unverzeihlich und entschuldigte sich bei allen Christen, betonte jedoch gleichzeitig Israels Engagement im Kampf gegen Terrorismus.
Die Untersuchung ergab, dass ein Soldat die Statue beschädigte, während sein Kamerad den Vorfall fotografierte. Sechs weitere Soldaten waren anwesend, ohne zu intervenieren. Die beiden Haupttäter wurden von der Kampftätigkeit ausgeschlossen und zu 30 Tagen Militärhaft verurteilt – eine Strafe, die laut Menschenrechtsorganisationen selten ist. Den restlichen Beteiligten drohen weitere Maßnahmen.
Um den Vorfall wiedergutzumachen, ersetzte die israelische Armee die beschädigte Jesus-Statue durch eine kleinere Version.