Im Laufbahnzentrum Prattelens erlebt man am Montagabend eine aufgeräumte Atmosphäre, geprägt von Duz-Kultur. Die Lernloft bietet hier einen Raum fürs «betreute Pröbeln» mit Künstlicher Intelligenz (KI). Nach einem kurzen Theorieteil leiten die Teilnehmenden ihre Geräte selbst an und wagen sich in die Welt von ChatGPT ein.
Silvia, eine der Lernwilligen, ist überfordert beim Einloggen – sie kennt den nötigen Code nicht. Die Initiative hinter der Lernloft stammt aus dem Kanton Thurgau. Ihre Gründerin möchte die Grundkompetenzen fördern, um Menschen im Alltag zu unterstützen. Diese Förderung wird durch Bund und Kantone finanziert.
Die Vision ist es, dass sich bald auch Unternehmen an der Finanzierung beteiligen, da ihre Produkte von digital versierten Nutzenden profitieren. Aktuell gibt es Lernlofts in Graubünden, Thurgau und im Kanton Basel-Landschaft, Gespräche mit weiteren Kantonen sind laufend.
Jede Lernloft verfügt über einen Gastgeber für das Wohl der Teilnehmenden sowie eine Expertin, die den thematischen Abend leitet. Désirée, die Kursleiterin, betont das Vertrauen der Teilnehmenden im «betreuten Ausprobieren», da viele zu Hause aus Angst vor Fehlern nicht experimentieren würden.
Die Lernloft bietet eine entspannte Umgebung zum Erlernen von Grundkompetenzen in kleinen Gruppen. Silvia, die nun mutiger ist, stellt ihren ersten Prompt bei ChatGPT an. Désirée erklärt das Vorgehen und Beat beginnt nach einem Rezept zu suchen. Tanja erfragt überraschende Fakten über Basel – begeistert von der Antwort.
Die Lernenden sind fasziniert, was sie alles bei ChatGPT ausprobieren könnten. Beatrice plant zu Hause ein Experiment mit Kamerafunktionen, während Silvia die Vielfalt an Möglichkeiten bewundert und befürchtet, nicht mehr von der KI wegzukommen.
Das Konzept des «betreuten Pröbelns» erfreut sich großer Beliebtheit. Die Abende sind häufig ausgebucht, da die Lernloft keine klassischen Kurse mit festen Zielen oder Abschlussprüfungen anbietet. Das Ziel ist es, unangenehme Schulzeit-Erinnerungen zu vermeiden.
Nach zwei Stunden intensiver Auseinandersetzung mit der KI sind alle Teilnehmenden so entspannt wie am Anfang des Abends. In der Feedbackrunde äußern sie ihren Wunsch, die KI häufiger zu nutzen und dabei kritisch zu bleiben.