Seit einem Jahr existiert in Luzern eine spezialisierte Einrichtung für Menschen mit pädophilen Neigungen. Eine aktuelle Bilanz offenbart, wie häufig das Angebot von Betroffenen genutzt wurde.
Fanny de Tribolet, die seit 2021 die Präventionsstelle für Pädosexualität im Kanton Zürich leitet und ab Februar 2025 auch in Luzern verantwortlich ist, betonte gegenüber zentralplus: «Niemand wählt sich diese Neigung aus.» Die neu eingerichtete Fachstelle soll laut einer Mitteilung des Kantons dazu beitragen, Kinder und Jugendliche besser vor möglichen sexuellen Übergriffen zu schützen.
Der Kanton informiert nun über die Anzahl der Betroffenen, die das Angebot in Anspruch genommen haben. Seit dem Start im Februar 2025 bis März 2026 haben sich insgesamt 18 Personen gemeldet – darunter 14 aus Luzern und vier aus benachbarten Kantonen. Die Betreuung erfolgt durch die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich, beauftragt vom kantonalen Gesundheits- und Sozialdepartement.
Die Fachstelle bietet Beratungen, Diagnostik, Risikoeinschätzung sowie Behandlungs- und Therapieoptionen für Personen mit pädophilen Neigungen an. Ziel ist es, einen rechtlich konformen Umgang mit ihrer Sexualität zu ermöglichen. Das Angebot ist anonym und kostenlos für Luzerner Bürger, jedoch nicht zugänglich für diejenigen, gegen die ein Strafverfahren wegen pädosexueller Delikte läuft oder bereits eine Bestrafung erhielten.
Die bisherigen Nutzungszahlen werden vom Kanton als erwartungsgemäß angesehen. Die durchschnittliche Altersspanne der Betroffenen beträgt 39 Jahre, mit einem jüngsten Antragsteller von 21 und dem ältesten von 70 Jahren. Neben direkt betroffenen Personen wurden auch zwei Fachkräfte aus Luzern beraten; es gab keine Anfragen von Angehörigen.
Der Kanton bewertet den Start der Fachstelle als erfolgreichen Beginn und plant für das laufende Jahr eine Sensibilisierungskampagne fortzusetzen.