Ein Vorhaben zur Rettung eines im Kirchsee feststeckenden Buckelwals, der über Luftkissen gehoben und in die Nordsee geschleppt werden soll, zeigte am Donnerstag auf den Live-Streams kaum Bewegung. Die Spannung stieg mit Beginn des neuen Versuchs um 6 Uhr morgens, doch Stunden später war kaum etwas zu sehen. Lediglich Wasserbewegungen und gelegentlich vorbeischwimmende Enten waren im Bild festzustellen, während der Wal von einer Berieselungsanlage besprüht wurde.
Der Wal strandete bereits zum vierten Mal an der Ostseeküste seit Ende März. Frühere Rettungsbemühungen hatten Erfolg gehabt, doch vor Poel entschied man sich, ihn in Würde sterben zu lassen, da er zu schwach war. Überraschenderweise wurde am Mittwoch ein neuer Plan von zwei Unternehmern vorgeschlagen: Der Einsatz von Luftkissen und einer Plane soll den Wal befreien.
Trotz Genehmigung der Behörden begannen Verzögerungen früh. Medien meldeten im Live-Ticker: „Timmy lebt, schnauft und zeigt Lebenszeichen“, doch zeigten die Streams weder Taucher noch Boote in Aktion. Erst nachmittags näherten sich Helfer mit Stand-up-Paddeln dem Tier.
Die Initiative wird von Walter Gunz, Mitgründer des Media Markts, und Karin Walter-Mommert, bekannt aus dem Trabrennsport, getragen. Die genauen Kosten sind unklar, sollen aber nicht hundert Millionen betragen. Wissenschaftler und Greenpeace äußerten Skepsis; eine Sprecherin sagte: „Wir unterstützen die Rettungsaktion nicht.“
Umweltminister Backhaus zeigte sich zunächst distanziert, änderte jedoch seine Haltung nach Vorlage eines minimalinvasiven Konzepts. Mit schwerem Gerät und Pontons begann der Einsatz, doch auch hier blieb es bei wenig Fortschritt.
Die Unternehmer erklärten, dass ihr Plan tödlich enden könnte: „Aber lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“, sagte Walter-Mommert. Der Abbruch des Versuchs erfolgte am Donnerstagabend; die Mission soll am Freitag fortgesetzt werden.