Im Geschäftsjahr 2025 verzeichnete die NZZ ein bereinigtes Betriebsergebnis von 12,7 Millionen Franken. Der Verkauf der restlichen 35-Prozent-Beteiligung an CH Media sowie das Aufstocken des Anteils am Aussenwerbeunternehmen APG zeichnen den strategischen Kurs aus. Die Medienbranche erfährt durch die fortschreitende Digitalisierung und künstliche Intelligenz fundamentale Veränderungen, während der Rückgang im Printgeschäft weiterhin strukturell ist.
Die klare Strategie ermöglichte es dem Unternehmen, sich auch 2025 gut zu behaupten. Das bereinigte Betriebsergebnis (bereinigter Ebit) lag bei 12,7 Millionen Franken (Vorjahr: 16,6 Millionen Franken). Die Reduktion resultierte vor allem aus dem anhaltenden Rückgang im Printgeschäft, gezielten Investitionen in zukünftiges Wachstum in der Schweiz und Deutschland sowie Aufwendungen für neue Technologien.
Der Gesamtertrag des Unternehmens betrug 236,4 Millionen Franken (Vorjahr: 248,3 Millionen Franken), wobei Rückgänge insbesondere auf das rückläufige Printgeschäft, Unternehmensverkäufe und die IT-Entflechtung mit CH Media zurückzuführen sind. Der Lesermarkt bleibt weiterhin zentral für das Geschäftsmodell der NZZ. Obwohl die Abonnentenzahl leicht von 212 600 auf 208 800 sank, konnte der Ertrag im Lesermarkt gesteigert werden. Dies wurde besonders durch digitales Wachstum und das Premiumangebot “NZZ Pro” getrieben, das seine Abonnentenbasis verdoppelte und die Marke von 20 000 überschritt.
Trotz steigender Online-Erlöse konnte der Rückgang im Printgeschäft sowie wegfallende Erträge aus Partnerschaften nach dem Verkauf des Zurich Film Festival (ZFF) nicht vollständig ausgeglichen werden. Der Gesamtertrag im Werbemarkt sank um 4 Prozent auf 99,3 Millionen Franken. Audienzz verstärkte ihre Position im deutschen Werbemarkt durch eine eigene Einheit vor Ort und neue Partnerschaften mit regionalen Publishern in Deutschland und Österreich, obwohl dies kurzfristige Belastungen verursachte.
Im Rahmen der Fokussierung auf Kerngeschäfte verkaufte die NZZ das ZFF, den Geschäftsbereich Architonic der Plattform DAAily Platforms sowie eine kleinere Beteiligung im Softwarebereich. Diese Anpassungen beeinflussten die Konzernkennzahlen erheblich; das bereinigte Konzernergebnis stieg auf 16,9 Millionen Franken (Vorjahr: 16,7 Millionen Franken). Ein ausgewiesener Konzernverlust von 34,5 Millionen Franken entstand hauptsächlich durch nicht operative und einmalige Effekte wie die Rückführung von Goodwill im Zusammenhang mit dem Verkauf des ZFF.
Der Verwaltungsrat schlägt erneut eine Dividende von 200 Franken je Aktie vor. Die Herausforderungen des Marktumfelds bleiben auch 2026 bestehen, weshalb die NZZ weiterhin in publizistische Qualität, technologische Kompetenz und digitales Wachstum investiert. Geplant ist der Verkauf der verbleibenden Beteiligung an CH Media an AZ-Medien per 1. April 2026 und die Erhöhung des APG|SGA-Anteils von 25 auf 45 Prozent, erwartet im zweiten Quartal 2027.
CEO Felix Graf betont: “2025 haben wir entscheidende Weichen für zukünftiges Wachstum und Qualität gestellt. Unsere unabhängige Unternehmensstruktur und solide Kapitalbasis ermöglichen strategische Weiterentwicklungen und Investitionen aus eigener Kraft.”