Mit der Technologie «be in – be out» (Bibo) wird die Notwendigkeit des Ein- und Auscheckens im öffentlichen Nahverkehr überflüssig. Die App erkennt selbstständig, wann Nutzer sich im ÖV befinden, und berechnet den entsprechenden Preis nach der Fahrt ab, wodurch automatisch ein gültiges Billett generiert wird.
Zurzeit laufen in der Schweiz zwei Testprojekte: Alliance Swisspass führt mit «myRide» eine zweijährige Pilotphase durch. 3000 Teilnehmer sind dabei und testen das System ab Ende April für zwei Monate. Parallel dazu arbeitet das Berner Startup Fairtiq zusammen mit Verkehrsanbietern wie dem Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) und den Verkehrsbetrieben Luzern (VBL) seit Anfang März an einer eigenen Bibo-basierten App.
Technisch gesehen arbeitet das System ähnlich einem traditionellen Check-in-Check-out, jedoch ohne manuelle Eingriffe. Die App analysiert GPS-Standortdaten sowie Bluetooth-, WLAN-Signale und Bewegungsdaten des Smartphones. Eine Bluetoothverbindung ist zudem erforderlich, wobei Beacons, kleine Signalausstrahler, in unterirdischen Stationen zur Standortgenauigkeit beitragen.
Für den Betrieb von Bibo ohne Swipen müssen Nutzer auf ihrem Smartphone die Benachrichtigungen aktiviert lassen. Die App signalisiert mittels Push-Mitteilungen den Zustand ‹Nicht Ready› oder ‹Ready›, wenn alles korrekt eingestellt ist. Nach jeder Fahrt wird der Preis angezeigt, wobei die Abrechnung bis zu 30 Minuten dauern kann, um sicherzustellen, dass Nutzer sich nicht mehr in der Nähe des ÖV befinden. Die Auswirkungen auf den Akku werden noch untersucht; aktuell bemüht man sich um einen minimalen Verbrauch.
Für das Bibo-System sind dieselben Grundvoraussetzungen wie beim traditionellen Ein- und Auschecken erforderlich:
Das System kann zwischen verschiedenen Transportmitteln wie Zug, Fahrrad oder Auto unterscheiden. Die Wahrscheinlichkeit einer Verwechslung ist laut Ruoss von Alliance Swisspass gering. Auch wenn eine Person einen Zug verpasst oder die Verbindung unterbrochen wird, wirkt sich das nicht auf das Bibo-System aus. Erst nach Beendigung der Reise erfolgt die Abrechnung.
Fairtiq bestätigt, dass bereits mit dem Check-in-Check-out-System die Unterscheidung zwischen verschiedenen Fortbewegungsarten optimiert wurde. Hierfür verwendet man intelligente Algorithmen in einem mehrstufigen Verfahren.