In der Diskussion um den Zugang zu genossenschaftlichem Wohnraum plädiert Philippe Koch, städtischer Wohndelegierter und SP-Kandidat für das Stadtratsamt, dafür, diesen nicht nur einkommensschwachen Menschen vorzubehalten. Die Debatte wurde durch die Entscheidung von Tobias Langenegger, der im Wahlkampf auf Wohnungsnot fokussierte und als Spitzenverdiener in einer Genossenschaft wohnen wird, verstärkt.
Koch betont, dass Gerechtigkeit nicht an Einzelfällen zu messen sei. Stattdessen müsse die gesamte Wohnpolitik im Blick behalten werden. Die Daten zeigten, dass das System funktioniert: ein Drittel der Zürcherinnen und Zürcher leben in gemeinnützigen Wohnungen, wobei einkommensschwache Personen überrepräsentiert sind.
Koch erläutert weiter, dass es keine einheitliche Regelung für Einkommen bei Genossenschaften geben könne, da diese als privatwirtschaftliche Organisationen agieren. Die Stadt respektiere deren Selbstorganisation und verfolge stattdessen das Ziel eines gemeinsamen Verständnisses über den Zugang zu Wohnraum.
Obwohl die Stadt für subventionierte Wohnungen strenge Einkommenslimiten vorschreibt, macht sie keine Vorschriften zu den Einkommen in Genossenschaftswohnungen. Diese richten sich an eine breitere Zielgruppe als Sozialwohnungen, was starre Einkommensgrenzen unpraktikabel mache.
Koch argumentiert zudem gegen eine Wohnpolitik, die nur auf der aktuellen Einkommenslage basiert. Die Dynamik von Berufslaufbahnen und Haushaltsformen müsse berücksichtigt werden. Er verweist darauf, dass die Stadt bereits seit 2025 ihre Vermietungsverordnung aktiv umsetzt, wobei sie vor allem auf Belegung und Wohnsitz fokussiert.
In der Diskussion um städtische Wohnungen zeigt sich auch eine Kritik an der Überbewertung von Marktmieten als normative Größe. Koch unterstreicht die Notwendigkeit, dass möglichst viele Menschen vom gemeinnützigen Wohnungsbau profitieren und nicht nur diejenigen, die auf dem freien Markt keinen Platz finden.
Ein weiteres Thema ist der oft missverstandene Zugang zu Genossenschaften, wobei Vorteile durch Netzwerke (“Vitamin B”) oft überschätzt werden. Die Stadt strebt einen transparenteren Prozess an, um Anmeldungen erleichtern.
Koch äußert sich positiv über die Diskussion von Solidaritätsbeiträgen höher verdienender Genossenschaftsmitglieder zur Finanzierung neuer Projekte, auch wenn rechtliche Umsetzungen komplex seien. Er betont, dass sein Ziel darin bestehe, den Anteil gemeinnütziger Wohnungen bis 2050 auf ein Drittel zu erhöhen.
Persönlich bezeichnet er sich als privilegiert und sieht seine aktuelle Wohnsituation im Kontext seiner beruflichen Entwicklung. Er ist offen für die Möglichkeit, in Zukunft eine neue Wohnung zu suchen, wenn sein Haushalt nicht mehr den Belegungsvorschriften entsprechen sollte.