Beat Jans erlebt eine schwierige Woche. Zunächst musste er ein Gutachten veröffentlichen, das seinen Vorschlag zur Milderung der Wohnungsnot als ungeeignet und sogar kontraproduktiv darstellte. Jetzt folgt Fredy Hasenmaile, Raiffeisen-Chefökonom, mit einer scharfen Kritik. In einem Gespräch mit der NZZ bezeichnet der Immobilienexperte den Vorschlag von Jans als ‚Nebelpetarde‘ und meint: Die Massnahme sei ‚vollkommen untauglich‘ und bringe so viel, wie wenn man bei einem Küchenbrand das Badezimmer-Wasser aufdreht. Hasenmaile richtet seine Kritik an den Vorstoß des Justizministers, die sogenannte Lex Koller zu verschärfen. Ausländer aus Drittstaaten (Nicht-EU-Ländern) soll es erschwert werden, in der Schweiz Wohneigentum zu erwerben. Jans‘ Ziel ist es, dadurch Nachfrage und damit den Preisdruck im Immobilienmarkt zu senken. Die Verschärfung der Lex Koller ist Teil eines Maßnahmenpakets von Jans zur Bekämpfung der 10-Millionen-Schweiz-Initiative. Dieses Paket wurde bereits stark reduziert, da mehrere Vorschläge des Justizministers als nutzlos und zu teuer von seinen Kollegen abgelehnt wurden. Hasenmaile findet es ‚schleierhaft‘, wie die vorgeschlagene Verschärfung der Lex Koller die Wohnungsnot lindern soll. Er nennt den Bericht von Bundesrat Jans sogar ‚eine Frechheit‘.