Die Bundesbahnen und die Alliance Swisspass testen die innovative Funktion «Be in – Be out» (kurz Bibo), um den öffentlichen Verkehr zu modernisieren. Diese Technologie erfasst automatisch Fahrtverläufe und berechnet am Ende der Reise das Ticket, wodurch Vorab-Billettierungen überflüssig werden könnten. Der Test mit 3000 Teilnehmern beginnt Ende April für zwei Monate.
Das System könnte eine bedeutende Veränderung für Nutzer darstellen: Fahrgäste können ohne vorheriges Ticketkauf an Bord gehen und bezahlen erst nach der Ankunft. Aktuell gilt, dass das Billettierung unbedingt vor Fahrtantritt erfolgen muss; sonst drohen Bussgelder von bis zu 90 Franken bei Ersttätern und mehr bei Wiederholungsfällen.
Bibo setzt auf Beacons in den Verkehrsmitteln, die Bewegungen der Nutzer tracken, um am Ende automatisch Rechnung zu stellen. Dies könnte auch für jene eine Erleichterung sein, die sich erst im letzten Moment entscheiden oder vergessen, ein Ticket zu lösen.
Ähnliche Funktionen existieren bereits in der SBB-App unter «Easy Ride», unterscheiden sich jedoch durch das erforderliche An- und Abmelden vor Fahrtantritt. Die neuen Beacons sind nun in allen Bundesbahnzügen installiert, mit Ausnahmen bei einigen ausländischen Zügen wie TGVs oder ICEs.
Ziel des Tests ist es, Kundenzufriedenheit zu messen und die technische Zuverlässigkeit der Streckenerfassung sowie Preisberechnung zu prüfen. Die SBB sehen das Potenzial für eine rasche Implementierung nach Abschluss der Testphase im Juni. Datenschutzbedenken werden vom Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (Edöb) begleitet, wobei die Nutzung auf Freiwilligkeit basiert.
Nutzer können entscheiden, ob sie ihre Bewegungen verfolgen lassen oder weiterhin traditionelle Billettierungsmethoden nutzen. Die Bedingung, dass das System freiwillig ist, wurde von der SBB bestätigt, wobei Schwarzfahren weiterhin unter den geltenden Regeln möglich bleibt.