Im letzten Jahr führte eine Truppe ehemaliger Sberbank-Mitarbeiter die von Mike Bär ins Leben gerufene MBaer Merchant Bank, bevor sie kollabierte. Vorwürfe wegen Missmanagements häufen sich. 2023 zeigte sich Mike Bär zuversichtlich: Die MBaer hatte nach anfänglichen Schwierigkeiten im internationalen Zahlungsverkehr Erfolg und konnte ihre verwalteten Vermögen auf über 3,7 Milliarden Franken verdoppeln. Er betonte die Nachhaltigkeit ihres Geschäftsmodells mit mehr als tausend Kunden. Die Finma jedoch begann, Fragen zur Praxis im internationalen Zahlungsverkehr zu stellen. Der Risikochef wurde wegen fehlender Bedenken hinsichtlich der Aufnahme venezolanischer Kunden entlassen, die später auf US-Sanktionslisten erschienen. MBaer nahm auch russische Kunden an, trotz Sanktionen nach dem Ukraine-Krieg 2022. Annett Viehweg, ehemals CEO der Sberbank Schweiz, trat als Risikochefin und später als CEO ein, um die Bank zu sanieren. Sie und weitere ehemalige Sberbank-Mitarbeiter übernahmen Schlüsselpositionen. Die Finma startete 2024 ein Enforcement-Verfahren gegen MBaer wegen Verstößen gegen Geldwäscherei-Richtlinien und Sanktionen. Trotz der Expertise von Viehweg und ihrem Team, wurde das Russlandgeschäft sogar ausgebaut, was den Vorwurf des Missmanagements verstärkte. Viehweg wies alle Anschuldigungen zurück: Transaktionen seien in der Währung des zugrunde liegenden Geschäfts abgewickelt worden. Sie räumte lediglich ein paar Einzelfälle von Kunden mit Hochrisikokriterien im Sommer 2024 ein. Die Untersuchung ergab, dass die systematischen Mängel nicht behoben werden konnten, und MBaer verlor ihre Bewilligung. Trotz Abbaus von 35 Prozent der Kunden blieb die Bereinigung unvollständig. Die Fincen fand heraus, dass über hundert Millionen Dollar krimineller Akteure durch das System geschleust wurden. Die Folgen treffen nun die „normalen“ Kunden und Mitarbeiter hart: Sie können auf ihr Geld nicht zugreifen. Eine Lösung könnte sein, von einer anderen Bank aufgenommen zu werden, was jedoch schwierig ist. Der Liquidator Daniel Staehelin muss detaillierte Prüfungen vornehmen. Annett Viehweg verließ die Bank nach dem Finma-Urteil Ende Februar, arbeitete jedoch bis Mai noch weiter. Die Verbleibenden ehemaligen Sberbank-Mitarbeiter und der langjährige Finanzchef blieben länger. Dieses Vorgehen wird als schlechtes Signal angesehen, besonders in Bezug auf die USA.