In Basel’s Quartier Kleinhüningen berichten Anwohnende seit Wochen über Lärm, Pöbeleien und versuchte Einbrüche in der Nähe einer unterirdischen Asylunterkunft. Diese beherbergt ausschliesslich Männer. Die Beunruhigung nahm zu, nachdem ein Mann im Januar von drei Angreifern mit einer Eisenstange attackiert wurde; obwohl die Täter nicht aus der Unterkunft kamen, wird der Vorfall dort häufig damit in Verbindung gebracht. Dieser Angriff löste eine Debatte über Sicherheit und Lebensqualität aus.
Am Mittwochabend fand im Quartiertreffpunkt Klyck ein Austausch mit Polizei und Staatssekretariat für Migration (SEM) statt, bei dem einige Dutzend Personen anwesend waren. Sie berichteten von Männern, die nachts nicht mehr in die Unterkunft gelassen wurden und draussen übernachten mussten, Lärm im Umfeld der Anlage sowie in Vorgärten gefundene Gegenstände wie Messer. Einige erwähnten auch, dass Hauseingänge oder Gärten als Schlafplätze genutzt worden seien. Eine jüngere Frau berichtete, sich besonders abends unsicher zu fühlen.
Eine Anwohnerin hob hervor, dass die Lage ebenfalls für Asylsuchende schwierig sei. Andere erinnerten daran, dass das Quartier auch mit lokaler Kriminalität zu kämpfen habe. Die Polizei betonte, es gebe keine vermehrten Meldungen – Unsicherheit bleibe gefühlt.
Das SEM kündigte zusätzliche Massnahmen an: “Wir haben Sicherheitspatrouillen eingeführt”, sagte Mediensprecher Reto Korman. Diese sollen die Polizeipatrouillen ergänzen und hätten sich bereits an anderen Standorten bewährt.
Geplant ist zudem eine Begleitgruppe, in der Anwohnende regelmässig mit Behörden kommunizieren können. “Die Sorgen, Ängste und Nöte der Bevölkerung haben wir vor dieser Veranstaltung nicht gekannt”, so Korman. Auch eine Hotline soll eingerichtet werden.
SP-Kantonsparlamentarier Mahir Kabakci begrüsste den offenen Dialog: “Es ist wichtig, dass es zu einem direkten Austausch gekommen ist und Massnahmen angekündigt wurden”, sagte er. Er betonte zudem die Notwendigkeit einer Diskussion über Lastenverteilung zwischen Quartieren auf kantonaler Ebene.
Der Abend verlief emotional, aber respektvoll: Einige begrüssten die Schritte, andere forderten weitergehende Lösungen. “Für mich ist klar: Das Zentrum muss zumachen, es ist am falschen Ort”, sagte ein Anwohner. Ein anderer ergänzte: “Ich fühle mich sicher, aber mache mir Sorgen um die Kinder. Sie haben Angst.”
Das SEM machte deutlich, dass die Unterkunft am Schäferweg bestehen bleibt und für alleinreisende Männer vorgesehen sei, die sich in der Regel nur 12 bis 14 Tage dort aufhalten; Familien und verletzliche Personen würden nicht untergebracht.
Mittelfristig könnte ein neues Bundesasylzentrum im Baselbiet Entlastung bringen – entsprechende Gespräche laufen.