Mehr finanzielle Mittel für die öffentliche Hand: Sowohl der Kanton als auch die Stadt Luzern können dank des Konzerns Merck Sharp & Dohme (MSD) mit einem Anstieg ihrer Überschüsse rechnen. MSD hat Anfang April seine vier Standorte in Luzern am Rösslimatt-Areal vereint und etablierte den neuen Schweizer Hauptsitz des Biopharma-Unternehmens, dessen Firmensitz in den USA liegt. Das Unternehmen gilt als der bedeutendste Steuerzahler von Luzern (zentralplus berichtete). Dieser Umzug stellt für die Stadt einen steuerlichen Segen dar.
Im Jahresbericht 2025 wird von MSD angegeben, dass die versteuerten Gewinne in der Schweiz über fünf Prozent des gesamten Unternehmensgewinns ausmachen. Eine Recherche der “Republik” ergab, dass MSD mit Steuerzahlungen von rund 2,1 Milliarden US-Dollar als grösster Steuerzahler der Schweiz galt.
Wie viel dieser Summe in Luzern anfällt, bleibt jedoch ungewiss. Der Bericht spricht von einem “additional cantonal tax holiday”, also einer zusätzlichen kantonalen Steuerermässigung. Aufgrund des Steuergeheimnisses sind nicht alle Daten verfügbar. Eine Anfrage beim Luzerner Finanzdepartement blieb unbeantwortet, ob MSD seine gesamten Gewinnsteuern in Luzern zahlt.
Attraktive Bedingungen ziehen an
In den letzten Jahren hat der Luzerner Regierungsrat attraktive Steuerkonditionen für Unternehmen geschaffen, darunter niedrige Steuersätze und weniger Abzüge von Patentgewinnen sowie gezielte Förderung von Innovationen. Der Steuerfuss wurde bereits dieses Jahr gesenkt, die nächste Senkung ist für 2027 vorgesehen (zentralplus berichtete).
Durch diese Strategie hat sich Luzern im Vergleich zu anderen Kantonen als Standort für Unternehmen besonders attraktiv positioniert. Die Maßnahmen scheinen Früchte zu tragen, da Luzern in den letzten Jahren kontinuierlich höhere Überschüsse erzielt hat.
Stadt profitiert ebenfalls deutlich
Auch bei der Stadt Luzern zeigt sich ein positiver Trend: Aufgrund hoher Steuereinnahmen verzeichnete die Stadt im vergangenen Jahr einen Überschuss von 92,7 Millionen Franken statt eines Defizits von 22,2 Millionen (zentralplus berichtete). Der Großteil dieser Einnahmen stammt aus Firmensteuern. Die Stadt hat in den letzten Jahren wiederholt mehrere Millionen über ihren Jahresbudgets erwirtschaftet. Mit dem neuen Standort der MSD dürfte sich diese positive Entwicklung weiter verstärken.